Ein Holzfeuchtemessgerät zeigt innerhalb weniger Sekunden eine Zahl an. Ob diese Zahl wirklich aussagt, dass dein Brennholz ofenfertig ist, hängt jedoch von mehreren Dingen gleichzeitig ab: Was zeigt das Messgerät überhaupt an? Wo am Scheit wird gemessen? Wurde das Holz vorher frisch gespalten? Und wurde nur ein einzelnes Stück oder eine repräsentative Stichprobe geprüft?
Genau an diesen Punkten entstehen viele Fehlmessungen. Ein scheinbar trockener Wert auf der äußeren Stirnfläche kann ein anderes Bild ergeben als eine Messung im Inneren desselben Scheits. Zusätzlich werden Wassergehalt und Holzfeuchte häufig miteinander verwechselt, obwohl beide Prozentwerte unterschiedliche Bezugsgrößen verwenden.
Kurzantwort: Wie misst man die Brennholzfeuchte richtig?
Wähle mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen des Vorrats aus, spalte sie unmittelbar vor der Kontrolle erneut und miss mehrfach auf der frisch freigelegten inneren Spaltfläche. Beachte dabei die Bedienungsanleitung des Messgeräts, insbesondere Holzarteneinstellung, Messrichtung und angezeigte Bezugsgröße.
Für gut getrocknetes Brennholz ist ein Wassergehalt von ungefähr 15 bis 20 % eine sinnvolle Orientierung. Das entspricht ungefähr 18 bis 25 % Holzfeuchte. Die 1. BImSchV fordert für die betreffenden Holzbrennstoffe einen Feuchtegehalt von unter 25 % bezogen auf das Trocken- beziehungsweise Darrgewicht.
Die wichtigste Regel: Nicht den schönsten Einzelwert suchen. Entscheidend ist, ob die Holzcharge als Ganzes plausibel trocken ist.
Warum die Brennholzfeuchte mehr ist als nur eine Prozentzahl
Feuchtigkeit im Brennholz beeinflusst unmittelbar die Verbrennung. Ein Teil der verfügbaren Energie muss zunächst dafür eingesetzt werden, Wasser im Holz zu erwärmen und zu verdampfen. Gleichzeitig können ungünstige Verbrennungsbedingungen Rauch, Ruß, Ablagerungen und Emissionen erhöhen.
Das Umweltbundesamt nennt für optimal getrocknetes Brennholz einen Wasseranteil von ungefähr 15 bis 20 %. Auch das Schornsteinfegerhandwerk weist darauf hin, dass zu feuchtes Brennholz ungünstiger verbrennt und die Luftbelastung erhöhen kann.
Für den Alltag bedeutet das: Die Feuchtemessung ist keine technische Spielerei. Sie ist die Verbindung zwischen Lagerung, Brennstoffqualität und richtigem Ofenbetrieb.
Wenn du den gesamten Vorrat statt nur den einzelnen Messwert betrachten möchtest, gehört die Feuchtekontrolle in einen größeren Zusammenhang aus Wetterschutz, Untergrund, Luftbewegung und Chargenorganisation. Genau diesen Zusammenhang behandelt der RAUMION-Ratgeber zum richtigen Lagern von Brennholz.
Wassergehalt und Holzfeuchte: Der wichtigste Unterschied vor der ersten Messung
Bevor du einen Messwert bewertest, musst du wissen, welche Größe dein Messgerät beziehungsweise die verwendete Quelle meint.
Im Alltag werden Begriffe wie Restfeuchte, Holzfeuchte, Feuchtigkeit und Wassergehalt häufig synonym verwendet. Fachlich sind Wassergehalt und Holzfeuchte jedoch nicht dasselbe.
| Begriff | Bezugsgröße | Was bedeutet das? |
|---|---|---|
| Wassergehalt | Wassermasse im Verhältnis zur gesamten feuchten Holzmasse | Wasser wird auf Holz + enthaltenes Wasser bezogen. |
| Holzfeuchte / Feuchtegehalt | Wassermasse im Verhältnis zur trockenen Holzmasse | Wasser wird nur auf die Trockenmasse des Holzes bezogen. |
Deshalb kann derselbe Holzscheit gleichzeitig beispielsweise 20 % Wassergehalt und 25 % Holzfeuchte besitzen.
Dieser Unterschied ist auch rechtlich relevant. Nach § 3 Absatz 3 der 1. BImSchV dürfen die dort genannten Holzbrennstoffe nur eingesetzt werden, wenn ihr Feuchtegehalt unter 25 % bezogen auf das Trocken- beziehungsweise Darrgewicht liegt.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ordnet lufttrockenes, zum Heizen geeignetes Holz mit ungefähr 15 bis 20 % Wassergehalt beziehungsweise 18 bis 25 % Holzfeuchte ein.
RAUMION-Merksatz
20 % Wassergehalt ≠ 20 % Holzfeuchte.
20 % Wassergehalt entsprechen 25 % Holzfeuchte. Prüfe deshalb immer zuerst, welche Bezugsgröße dein Gerät oder deine Quelle verwendet.
Wassergehalt und Holzfeuchte umrechnen
Für die Umrechnung kannst du folgende Zusammenhänge verwenden:
Wassergehalt = Holzfeuchte ÷ (100 + Holzfeuchte) × 100
Holzfeuchte = Wassergehalt ÷ (100 − Wassergehalt) × 100
| Wassergehalt | entspricht ungefähr Holzfeuchte | Einordnung |
|---|---|---|
| 12 % | 13,6 % | sehr trocken |
| 15 % | 17,6 % | gut getrocknet |
| 18 % | 22,0 % | gut getrocknet |
| 20 % | 25,0 % | obere wichtige Orientierungsmarke |
| 25 % | 33,3 % | für normales ofenfertiges Scheitholz deutlich zu feucht |

Welches Messgerät eignet sich für Brennholz?
Für die private Kontrolle von Scheitholz sind einfache elektronische Holzfeuchtemessgeräte weit verbreitet. Besonders üblich sind Geräte mit zwei Messspitzen, die den elektrischen Widerstand des Holzes erfassen und daraus einen Feuchtewert ableiten.
Daneben gibt es kapazitive beziehungsweise dielektrische Geräte, die ohne Einstiche arbeiten. Für die gelegentliche Kontrolle von gespaltenem Brennholz ist ein Einstechgerät mit zwei gut erreichbaren Elektroden meist die nachvollziehbarste Lösung, weil die Messstelle auf der frisch geöffneten Fläche klar definiert werden kann.
Wichtiger als ein besonders teures Gerät sind fünf Punkte
- Das Gerät muss ausdrücklich für Holz geeignet sein.
- Die Bedienungsanleitung sollte erklären, welche Feuchtegröße angezeigt wird.
- Vorhandene Holzarten- oder Materialgruppen sollten richtig eingestellt werden.
- Messspitzen müssen sauberen und ausreichenden Kontakt zum Holz bekommen.
- Temperaturkorrektur beziehungsweise Herstellerhinweise zur Messtemperatur sollten beachtet werden.
Das Technologie- und Förderzentrum Bayern hat marktübliche Schnellmessgeräte untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Handgeräte keine Laborbestimmung ersetzen und Messgerät, Messmethode und Randbedingungen zu Abweichungen führen können.
Für den privaten Kaminbesitzer bedeutet das nicht, dass ein Handmessgerät nutzlos wäre. Es bedeutet vielmehr: Das Gerät sollte als systematisches Kontrollinstrument und nicht als unfehlbare Messinstanz verstanden werden.

Wo am Brennholz sollte die Feuchte gemessen werden?
Die Messstelle gehört zu den wichtigsten Einflussgrößen.
Ein Holzscheit trocknet nicht an jeder Stelle gleich. Stirnflächen, Rinde, Außenbereiche und der innere Scheitkern können unterschiedliche Feuchtewerte besitzen. Zusätzlich kann bereits getrocknetes Holz im feuchten Herbst oder Winter an seinen äußeren Bereichen wieder Wasser aus der Umgebung aufnehmen.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft empfiehlt deshalb, zu prüfende Scheite zunächst zu spalten und mehrfach auf der frisch gespaltenen Fläche zu messen.
| Messstelle | Aussagekraft | RAUMION-Einordnung |
|---|---|---|
| äußere Stirnseite | begrenzt | nicht als alleinige Freigabemessung verwenden |
| Rinde | gering | ungeeignet für die Bewertung des inneren Scheits |
| alte äußere Spaltfläche | begrenzt | kann stärker von Lagerklima beeinflusst sein |
| frisch gespaltene Innenfläche | hoch für den privaten Vergleich | bevorzugte Messstelle |
Die Elektroden werden auf beziehungsweise in der frischen Spaltfläche eingesetzt. Befolge dabei die Vorgabe des Geräteherstellers zur Messrichtung. Die LWF nennt für ihre praktische Empfehlung eine Messung quer zum Faserverlauf.
Nicht am Stapel „bequem messen“
Die sichtbare Stirnfläche eines gestapelten Scheits ist zwar besonders leicht erreichbar. Genau deshalb wird dort häufig gemessen. Für die Frage, ob der Scheit im Inneren wirklich trocken genug ist, ist diese Messstelle jedoch nur begrenzt aussagekräftig.

Brennholzfeuchte messen: Schritt für Schritt
1. Messgerät und Bedienungsanleitung prüfen
Kläre vor der Messung drei Fragen:
- Ist das Gerät für Holz geeignet?
- Welche Größe zeigt die Prozentanzeige an?
- Welche Holzarten-, Temperatur- oder Messrichtungseinstellungen verlangt der Hersteller?
2. Nicht nur einen einzelnen Scheit auswählen
Entnimm mehrere Scheite aus der Charge, die du tatsächlich verwenden möchtest. Prüfe nicht ausschließlich die sichtbar trockensten Stücke an der sonnigen Außenseite des Stapels.
Bei einer größeren Lieferung sind beispielsweise Scheite aus unterschiedlichen Bereichen sinnvoll: außen, weiter innen, oben und aus einem weniger stark belüfteten Bereich.
3. Scheit unmittelbar vor der Messung frisch spalten
Spalte den ausgewählten Scheit so, dass eine neue Innenfläche entsteht.
Diese Fläche bildet die Messbasis. Dadurch reduzierst du den Einfluss von Rinde, bereits lange exponierten Oberflächen und reiner Stirnholztrocknung.
4. Im inneren Bereich der Spaltfläche messen
Setze die Messspitzen nicht direkt an einen extremen Rand. Wähle einen repräsentativen Bereich der frisch gespaltenen Fläche und stelle einen sauberen Elektrodenkontakt her.
5. Messrichtung nach Herstellerangabe einhalten
Bei Widerstandsmessgeräten kann die vorgesehene Elektrodenrichtung vom Gerät beziehungsweise dessen Kalibrierung abhängen. Übernimm deshalb nicht blind eine allgemeine Internetregel, wenn deine Bedienungsanleitung ausdrücklich eine andere Vorgehensweise vorgibt.
6. Mehrere Messwerte aufnehmen
Miss nicht nur einmal. Wiederhole die Messung an mehreren Stellen der frisch geöffneten Fläche und anschließend an weiteren Scheiten.
Ein einzelner Ausreißer darf weder eine ganze Holzlieferung freigeben noch verwerfen. Das Ziel ist ein nachvollziehbares Bild der Charge.
7. Erst danach den Zielbereich bewerten
Vergleiche die Werte erst, wenn klar ist, ob dein Gerät Holzfeuchte oder Wassergehalt angibt.
Der RAUMION-3×3-Feuchtecheck für Brennholz
Für den privaten Saison- und Lagercheck lässt sich die Messung zu einer einfachen Routine machen.
RAUMION-3×3-Feuchtecheck
3 repräsentative Scheite × 3 Messungen auf frischen Spaltflächen.
Das ergibt neun Messpunkte statt einer zufälligen Einzelzahl.
Zeigen die Werte ein einheitliches Bild, erhältst du eine deutlich bessere Entscheidungsbasis. Streuen sie auffällig stark oder liegen einzelne Scheite deutlich höher, vergrößerst du die Stichprobe und behandelst die Charge nicht vorschnell als vollständig ofenfertig.
Wichtig: Der 3×3-Check ist eine RAUMION-Praxisroutine für private Vorratskontrollen und kein amtliches oder normatives Messverfahren.
| Schritt | Prüfung | Ziel |
|---|---|---|
| 1 | 3 unterschiedliche Scheite auswählen | Charge repräsentativer erfassen |
| 2 | jeden Scheit frisch spalten | innere Holzfeuchte erfassen |
| 3 | je Scheit 3 Messpunkte prüfen | Einzelmessfehler reduzieren |
| 4 | Werte gemeinsam betrachten | Streuung erkennen |
| 5 | bei unklarem Bild Stichprobe erweitern | keine falsche Freigabe |

Welche Brennholzfeuchte ist richtig?
Für die praktische Nutzung ist zunächst entscheidend, welche Einheit dein Messgerät verwendet.
| Anzeige beziehungsweise Bezugsgröße | Praxisbereich | Einordnung |
|---|---|---|
| Wassergehalt | ca. 15–20 % | typischer Bereich für gut getrocknetes Brennholz |
| Holzfeuchte | ca. 18–25 % | entspricht ungefähr 15–20 % Wassergehalt |
| 25 % Holzfeuchte | ≈ 20 % Wassergehalt | wichtige obere Umrechnungsmarke |
Das TFZ Bayern beschreibt für viele Feuerungsanlagen lufttrockenes Holz mit einem Wassergehalt von ungefähr 12 bis 20 % als typischen Betriebsbereich. Das Umweltbundesamt nennt etwa 15 bis 20 % Wassergehalt bei optimaler Trocknung.
Die konkrete Bedienungsanleitung deines Kaminofens bleibt trotzdem wichtig. Hersteller können Anforderungen an Brennstoffart, Scheitgröße und Brennstofffeuchte vorgeben.
Entscheidungsregel
Ein Messwert ist erst dann sinnvoll interpretierbar, wenn du vier Dinge kennst:
Bezugsgröße → Messstelle → Stichprobe → Herstellervorgabe.
Fehlt einer dieser Punkte, kann eine scheinbar präzise Prozentzahl mehr Sicherheit vortäuschen, als tatsächlich vorhanden ist.
Was tun, wenn das Brennholz noch zu feucht ist?
Ein zu hoher Messwert lässt sich nicht durch stärkeres Anfeuern, kleinere Scheite oder längeres Offenstehen neben dem Kamin „lösen“.
Die richtige Konsequenz ist weitere Trocknung unter geeigneten Lagerbedingungen.
- Holz gespalten lagern.
- Von oben gegen Regen und Schnee schützen.
- Seitliche Luftbewegung ermöglichen.
- Direkten Kontakt zu feuchtem Erdreich vermeiden.
- Nicht rundum luftdicht mit Plane verpacken.
- Feuchte und trockene Chargen getrennt halten.
- Nach weiterer Trocknung erneut mehrere Scheite messen.
Frisches beziehungsweise deutlich feuchtes Brennholz sollte nicht einfach zum Trocknen in einen geschlossenen Keller oder eine schlecht belüftete Garage verlagert werden. Die im Holz enthaltene Feuchtigkeit muss an die Umgebung abgegeben und anschließend abgeführt werden können.
RAUMION-WEITERLESEN: Brennholz richtig lagern

Der Messwert ist nur das Ergebnis. Entscheidend ist das Lagersystem dahinter. Der ausführliche RAUMION-Ratgeber zeigt, wie Regenschutz, Luftbewegung, Untergrund, Wandabstand, Stapelorganisation und Chargentrennung zusammenarbeiten, damit Brennholz trocken und im Winter gut erreichbar bleibt.

Brennholzlieferung prüfen: Nicht erst messen, wenn alles eingelagert ist
Eine besonders sinnvolle Gelegenheit für eine Feuchtekontrolle ist die Anlieferung beziehungsweise die Übernahme einer neuen Holzcharge.
Wer drei Raummeter neues Holz vollständig mit dem alten Vorrat vermischt und erst danach feststellt, dass ein Teil deutlich feuchter ist als erwartet, hat nicht nur ein Brennstoffproblem, sondern auch ein Organisationsproblem.
Praktischer ist folgende Reihenfolge:
- Neue Charge zunächst getrennt halten.
- Mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen auswählen.
- Stichproben frisch spalten.
- Mehrfach messen.
- Anzeigeart des Gerätes berücksichtigen.
- Erst danach entscheiden, ob die Charge unmittelbar nutzbar ist oder weiter trocknen muss.
- Neue und ältere Bestände anschließend eindeutig getrennt organisieren.
Eine Händlerangabe wie „trocken“, „kammergetrocknet“ oder „ofenfertig“ ersetzt für den privaten Nutzer nicht automatisch die eigene Plausibilitätskontrolle, wenn der tatsächliche Zustand fraglich erscheint.
Die häufigsten Fehler beim Messen der Brennholzfeuchte
Fehler 1: Nur an der Stirnfläche messen
Die bequemste Messstelle ist nicht automatisch die beste.
Besser: Scheit frisch spalten und die innere Fläche prüfen.
Fehler 2: Nur einen einzigen Scheit kontrollieren
Ein einzelner Scheit kann trockener oder feuchter sein als der übrige Vorrat.
Besser: Mehrere repräsentative Stücke prüfen.
Fehler 3: Wassergehalt und Holzfeuchte verwechseln
20 % Holzfeuchte entsprechen nicht 20 % Wassergehalt.
Besser: Bedienungsanleitung prüfen und Bezugsgröße dokumentieren.
Fehler 4: Falsche Holzgruppe einstellen
Geräte mit Holzarten- oder Materialgruppen müssen passend eingestellt werden. Unterschiedliche Holzarten besitzen unterschiedliche elektrische Eigenschaften.
Besser: Herstellerzuordnung des Messgeräts verwenden.
Fehler 5: Temperatur ignorieren
Elektrische Widerstandsmessungen können durch die Holz- und Messtemperatur beeinflusst werden. Untersuchungen des TFZ zeigen, dass veränderte Messbedingungen zu Abweichungen führen können.
Besser: Temperaturhinweise und gegebenenfalls Temperaturkorrektur des Geräteherstellers beachten.
Fehler 6: Messspitzen nur oberflächlich anlegen
Schlechter Elektrodenkontakt kann die Messung beeinflussen.
Besser: Messspitzen nach Geräteanleitung sauber und ausreichend in die frische Spaltfläche einsetzen.
Fehler 7: Den niedrigsten Wert als Wahrheit auswählen
Wer so lange misst, bis ein gewünschter Wert erscheint, kontrolliert nicht den Brennstoff, sondern bestätigt nur die eigene Erwartung.
Besser: Messroutine vorher festlegen und alle plausiblen Werte berücksichtigen.
Fehler 8: Einen Handmesswert als Laborwert behandeln
Elektronische Schnellmessgeräte sind für den Alltag hilfreich, besitzen aber Messunsicherheiten.
Besser: Mit wiederholbaren Bedingungen messen und das Ergebnis als qualifizierte Praxiskontrolle verstehen.
Kann man trockenes Brennholz ohne Messgerät erkennen?
Risse an der Stirnseite, geringeres Gewicht, eine teilweise gelöste Rinde oder ein heller Klang beim Aneinanderschlagen zweier Scheite können Hinweise auf fortgeschrittene Trocknung geben.
Diese Merkmale ersetzen jedoch keine quantitative Feuchtemessung.
Ein Scheit kann sichtbare Trocknungsrisse besitzen und im Inneren trotzdem feuchter sein. Auch der Klang hängt von Holzart, Größe und Form ab.
RAUMION-Einordnung: Sicht-, Gewichts- und Klopftest sind gute Warnsignale. Für eine konkrete Prozentbewertung sind sie ungeeignet.
Vom Messwert zum sicheren Ofenbetrieb
Ausreichend trockenes Brennholz ist nur eine Voraussetzung für guten Kaminofenbetrieb.
Ebenso wichtig sind unter anderem:
- ein geeigneter und zugelassener Brennstoff,
- die richtige Scheitgröße,
- sauberer Feuerraum und Aschebereich,
- funktionierende Tür und Dichtungen,
- freie Verbrennungsluftversorgung,
- ordnungsgemäßer Ofenrohr- und Schornsteinzustand,
- richtige Luftreglereinstellung und
- die Bedienungsanleitung des konkreten Ofens.
RAUMION-WEITERLESEN: Kaminofen vollständig auf den Winter vorbereiten

Das Brennholz ist geprüft – jetzt sollte auch die Feuerstätte selbst vorbereitet sein. Der RAUMION-10-Punkte-Check verbindet Feuerraum, Tür und Dichtungen, Verbrennungsluft, Ofenrohr, Schornstein, Brennstoff, Brandschutz und Saisonstart zu einem vollständigen Ofencheck.
Kaminofen mit dem 10-Punkte-Check auf die Heizsaison vorbereiten →

Wann sollte die Brennholzfeuchte kontrolliert werden?
Wer regelmäßig mit Holz heizt, muss nicht jeden einzelnen Scheit vor dem Ofen messen.
Mehr Nutzen entsteht durch klar definierte Kontrollzeitpunkte.
| Zeitpunkt | Warum messen? |
|---|---|
| bei einer neuen Brennholzlieferung | Qualität und weitere Lagerstrategie beurteilen |
| vor der Heizsaison | festlegen, welche Charge zuerst genutzt wird |
| nach längerer Trocknungszeit | Fortschritt kontrollieren |
| nach problematischer Lagerung oder Wettereinfluss | mögliche Wiederbefeuchtung erkennen |
| bei auffälligem Abbrand | Brennstofffeuchte als mögliche Ursache prüfen |
| vor dem Umstapeln in den Gebrauchsvorrat | nur ausreichend trockenes Holz nach innen beziehungsweise in Ofennähe bringen |
Damit wird das Messgerät Teil einer Wartungsroutine statt eines Werkzeugs, das nur dann gesucht wird, wenn der Kamin bereits schlecht brennt.
Der RAUMION-5-Fragen-Check vor der Freigabe einer Holzcharge
| Frage | Wenn nein |
|---|---|
| 1. Weiß ich, ob mein Gerät Wassergehalt oder Holzfeuchte anzeigt? | Bedienungsanleitung prüfen. |
| 2. Habe ich auf frisch gespaltenen Innenflächen gemessen? | Messung wiederholen. |
| 3. Habe ich mehrere Scheite statt nur eines geprüft? | Stichprobe erweitern. |
| 4. Liegen die Werte plausibel im geeigneten Bereich? | Charge weiter trocknen beziehungsweise genauer prüfen. |
| 5. Passt das Holz zu den Brennstoffvorgaben meines Ofens? | Herstellerunterlagen prüfen. |
Erst wenn alle fünf Fragen plausibel beantwortet sind, wird aus einer einzelnen Prozentanzeige eine belastbare Alltagsentscheidung.
RAUMION-WEITERLESEN: Das gesamte Haus auf den Winter vorbereiten

Brennholz und Kaminofen sind nur ein Teil der Wintervorsorge. Mit der großen RAUMION-25-Punkte-Checkliste prüfst du zusätzlich Heizung, Außenwasser, Gebäudehülle, Entwässerung, Sicherheit, Terrasse und Garten als zusammenhängendes System.
Externe Fachquellen und weiterführende Informationen
- 1. BImSchV § 3 – zugelassene Brennstoffe und Feuchteanforderung
- Umweltbundesamt – Heizen mit Holz
- TFZ Bayern – Scheitholz, Qualität, Trocknung und Wassergehalt
- TFZ-Bericht 16 – Schnellbestimmung des Wassergehaltes im Holzscheit
- Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft – Lagerung, Trocknung und Holzfeuchtemessung
- Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks – Richtig heizen mit Holz

Fazit: Richtig messen bedeutet nicht nur das Messgerät richtig anzusetzen
Brennholzfeuchte richtig zu messen beginnt nicht beim Einschalten des Geräts.
Die zuverlässigere Routine besteht aus fünf Entscheidungen:
Bezugsgröße verstehen. Repräsentative Scheite auswählen. Frisch spalten. Mehrfach innen messen. Erst anschließend den Zielbereich bewerten.
Für gut getrocknetes Brennholz bietet ein Wassergehalt von ungefähr 15 bis 20 % eine sinnvolle Orientierung. Zeigt dein Gerät stattdessen Holzfeuchte an, entspricht das ungefähr 18 bis 25 %.
Der wichtigste Fortschritt entsteht jedoch nicht durch eine möglichst exakte Nachkommastelle.
Er entsteht dadurch, dass du aus einem zufälligen Messwert ein wiederholbares System machst: Lieferung prüfen, Chargen trennen, richtig lagern, vor der Heizsaison kontrollieren und nur geeignetes Holz in den Gebrauchsvorrat übernehmen.
So reduziert ein kleines Messgerät drei typische Winterprobleme gleichzeitig: Unsicherheit beim Brennstoff, schlechte Lagerentscheidungen und unnötige Probleme beim Ofenbetrieb.
CTA: Aus dem Messwert jetzt ein funktionierendes Brennholzsystem machen
Deine Holzfeuchte ist geprüft. Der nächste Schritt ist, trockene und noch feuchte Chargen so zu lagern, dass sie getrennt bleiben, weiter trocknen können und im Winter ohne unnötige Wege erreichbar sind.
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Häufig gestellte Fragen zur Brennholzfeuchte
Sollte kaltes Brennholz direkt aus dem Außenlager gemessen werden?
Die Temperatur kann insbesondere bei elektrischen Widerstandsmessungen Einfluss auf das Ergebnis haben. Prüfe deshalb die Bedienungsanleitung deines Messgeräts auf Temperaturkompensation oder Vorgaben zur Messtemperatur. Für vergleichbare Kontrollen solltest du möglichst unter ähnlichen Bedingungen messen.
Beeinflusst die Holzart den Messwert?
Ja. Unterschiedliche Holzarten besitzen unterschiedliche elektrische Eigenschaften. Bei Messgeräten mit Holzarten- oder Materialgruppen sollte deshalb die zum Holz passende Einstellung gewählt werden. Maßgeblich ist die Zuordnung des Geräteherstellers.
Kann ich durch die Rinde hindurch die Holzfeuchte messen?
Für die Beurteilung von Brennholz ist die Rinde keine geeignete Hauptmessstelle. Aussagekräftiger ist eine Messung auf einer unmittelbar zuvor freigelegten inneren Spaltfläche des Scheits.
Kann Regen einen Messwert kurzfristig verändern?
Ja. Holz ist hygroskopisch und seine äußeren Bereiche reagieren auf die Umgebungsfeuchte beziehungsweise direkten Niederschlag. Eine Messung auf einer frisch gespaltenen Innenfläche hilft dabei, oberflächliche Feuchtigkeit weniger stark in die Bewertung einfließen zu lassen.
Sind kapazitive Messgeräte für Brennholz geeignet?
Kapazitive Geräte können Holzfeuchte berührungslos beziehungsweise ohne Einstechen bestimmen. Ihre Eignung hängt jedoch von Gerät, Messtiefe, Holzart, Geometrie und Kalibrierung ab. Für die einfache Kontrolle gespaltenen Brennholzes sind Zweispitzen-Widerstandsmessgeräte besonders verbreitet und ihre Messstelle lässt sich gut nachvollziehen.
Warum zeigen zwei Holzfeuchtemessgeräte unterschiedliche Werte?
Unterschiedliche Kalibrierungen, Holzarteneinstellungen, Elektrodenkontakt, Messtiefe, Temperatur und Messstelle können zu Abweichungen führen. Deshalb sind wiederholbare Messbedingungen wichtiger als der Vergleich einzelner Nachkommastellen verschiedener Geräte.
Was mache ich, wenn einzelne Scheite deutlich feuchter sind als der Rest?
Behandle die Charge nicht allein nach dem besten Messwert als ofenfertig. Erweitere die Stichprobe und prüfe, ob bestimmte Lagerbereiche oder Holzgrößen systematisch feuchter sind. Feuchtere Scheite sollten weiter unter geeigneten Bedingungen trocknen.
Muss jeder Holzscheit vor dem Verbrennen gemessen werden?
Nein. Für einen normalen privaten Vorrat ist eine systematische Stichprobenkontrolle sinnvoller. Prüfe beispielsweise neue Lieferungen, die vorgesehene Saisoncharge und auffällige Bestände. Werden Chargen sauber getrennt gelagert, musst du nicht jeden einzelnen Scheit neu beurteilen.
Ist ein günstiges Holzfeuchtemessgerät ausreichend?
Für einen privaten Plausibilitäts- und Lagercheck kann ein geeignetes einfaches Holzfeuchtemessgerät ausreichen, wenn es für Holz vorgesehen ist und korrekt verwendet wird. Es ersetzt jedoch keine fachliche oder referenzbasierte Messung, wenn ein verbindlicher Nachweis erforderlich ist.
Kann Brennholz auch zu trocken sein?
Sehr stark technisch getrocknetes Holz kann außerhalb des Bereichs liegen, für den eine Feuerstätte ausgelegt wurde. Das TFZ weist darauf hin, dass viele Anlagen für lufttrockenes Holz im Bereich von ungefähr 12 bis 20 Prozent Wassergehalt vorgesehen sind. Maßgeblich bleiben die Brennstoffangaben des jeweiligen Ofenherstellers.
Fachlicher Stand: September 2026. Bei Änderungen gesetzlicher Vorgaben, technischen Empfehlungen oder Herstelleranforderungen sollte der Beitrag überprüft und aktualisiert werden.

