Brennholz richtig zu lagern klingt zunächst einfach: stapeln, abdecken, fertig.
In der Praxis entscheiden jedoch vier Dinge darüber, ob aus frisch geliefertem oder selbst aufbereitetem Holz tatsächlich guter Brennstoff wird: Regenschutz, Luftbewegung, trockener Untergrund und eine Lagerorganisation, die im Alltag funktioniert.
Steht das Holz direkt auf feuchtem Boden, wird es rundum mit einer Plane eingepackt oder ohne Luftspalt dicht an eine Wand geschoben, kann sich die Trocknung deutlich verschlechtern. Gleichzeitig entsteht häufig ein zweites Problem: Das Brennholzlager ist zwar groß genug, aber schlecht erreichbar, neue und alte Lieferungen vermischen sich und im Winter muss jeder einzelne Korb unnötig weit getragen werden.
Kurzantwort: Wie lagert man Brennholz richtig?
Brennholz sollte gespalten an einem möglichst sonnigen und luftigen Platz lagern, von oben gegen Regen und Schnee geschützt sein und keinen direkten Kontakt zu feuchtem Erdreich haben. Zwischen Holzstapel und Gebäudewand sollte Luft zirkulieren können; das Technologie- und Förderzentrum empfiehlt mindestens 10 cm Abstand. Eine rundum geschlossene Plane ist ungeeignet. Ob das Holz ofenfertig ist, sollte nicht allein nach Lagerdauer, sondern anhand seines Wassergehalts beurteilt werden. Als praxisgerechter Bereich gelten etwa 15 bis 20 % Wassergehalt.

Warum die Lagerung über die Qualität des Brennholzes entscheidet
Frisch geschlagenes Holz enthält erheblich mehr Wasser als ofenfertiges Scheitholz. Dieses Wasser muss während der Lagerung entweichen können.
Das Umweltbundesamt nennt für optimal getrocknetes Holz einen Wasseranteil von etwa 15 bis 20 %. Gleichzeitig weist es darauf hin, dass zu feuchtes Holz ungünstiger verbrennt und höhere Emissionen verursachen kann.
Für die Trocknung reicht es deshalb nicht, das Holz einfach nur vor Regen zu schützen.
Feuchtigkeit muss aus dem Inneren des Scheits zur Oberfläche gelangen und von dort durch die Umgebungsluft abgeführt werden. Genau deshalb braucht ein gutes Brennholzlager gleichzeitig Schutz und Offenheit.
| Faktor | Was das Holz braucht | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Regen | Schutz von oben | komplett ungeschützter Stapel |
| Luft | freie Luftbewegung an möglichst vielen Seiten | Stapel rundum mit Plane einwickeln |
| Boden | trockener, belüfteter Unterbau | direkter Kontakt zu Erde oder dauerhaft nassem Pflaster |
| Sonne und Wind | möglichst günstiger, frei angeströmter Standort | feuchte, schattige und windstille Ecke |
Der RAUMION-4-Zonen-Lagercheck für Brennholz
Statt einzelne Lagertipps zusammenzusuchen, lässt sich ein Brennholzlager in vier Funktionszonen prüfen.
| Zone | Prüffrage | Ziel |
|---|---|---|
| 1. Oben | Bleiben Regen und Schnee weitgehend vom Stapel fern? | Wiederbefeuchtung reduzieren |
| 2. Unten | Hat das Holz Abstand zu feuchtem Boden? | Bodenfeuchte vermeiden |
| 3. Rundherum | Kann Luft am Stapel vorbeiziehen? | Feuchtigkeit abführen |
| 4. Nutzung | Sind alte und neue Holzpartien getrennt und gut erreichbar? | Alltag, Rotation und Kontrolle vereinfachen |
RAUMION-Regel: Ein gutes Brennholzlager ist kein möglichst dichter Kasten. Es ist ein kontrollierter Wetterschutz mit möglichst viel natürlicher Trocknung.
Wo sollte man Brennholz lagern?
Der ideale Lagerplatz verbindet Sonne, Luft, Regenschutz und einen tragfähigen trockenen Untergrund. Nicht jedes Grundstück bietet dafür den perfekten Standort. Entscheidend ist deshalb eine sinnvolle Abwägung.
| Lagerort | Für frisches Holz | Einordnung |
|---|---|---|
| Offener Holzunterstand | sehr gut | Wenn Dach, Unterbau und Luftbewegung passen, meist die robusteste Lösung. |
| Hauswand mit Überdachung | gut | Luftspalt zur Wand einhalten und Schlagregen berücksichtigen. |
| Carport | gut bis sehr gut | Geeignet, wenn Luft frei zirkuliert und das Holz nicht dauerhaft nass wird. |
| Offener Schuppen | möglich | Nur wenn ausreichend große Lüftungsöffnungen vorhanden sind. |
| Geschlossene Garage | eher ungeeignet | Feuchtes Holz kann viel Wasser an die Raumluft abgeben. Für bereits trockenes Holz kann eine geeignete, belüftete Lagerung möglich sein. |
| Keller | ungeeignet | Frisches oder feuchtes Holz sollte nicht in geschlossenen Kellerräumen getrocknet werden. |
| Ungeschützt auf Erde | ungeeignet | Bodenfeuchte und Niederschlag arbeiten gegen die Trocknung. |
Auch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus empfiehlt ausdrücklich, frisches oder feuchtes Brennholz nicht in geschlossenen Räumen zu lagern.
Bayerisches Staatsministerium: FAQ zur energetischen Holzverwendung

Wie viel Abstand sollte Brennholz zur Hauswand haben?
Wird Brennholz an einer Gebäudewand gelagert, sollte es nicht direkt an Fassade oder Mauerwerk gepresst werden.
Das Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe empfiehlt bei Scheitholz mindestens 10 cm Abstand zu Gebäudewänden oder zwischen Holzstapeln.
Der Zwischenraum erfüllt gleich mehrere Aufgaben:
- Luft kann hinter dem Stapel zirkulieren.
- Feuchtigkeit wird nicht dauerhaft zwischen Holz und Wand eingeschlossen.
- Fassade und Holzstapel bleiben besser kontrollierbar.
- Laub, Schmutz oder Feuchtespuren werden früher sichtbar.
Bei größeren Lagermengen, speziellen Nebengebäuden oder einer Lagerung unmittelbar an Grundstücksgrenzen können zusätzliche örtliche Bau- oder Brandschutzanforderungen relevant sein. Dafür sollte keine pauschale bundesweite Abstandsregel aus dem Internet übernommen werden.
Der richtige Untergrund: Brennholz nie einfach auf feuchte Erde legen
Auch ein perfekt überdachter Stapel funktioniert schlecht, wenn die unterste Holzlage dauerhaft Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt ist.
Geeignete Unterbauten können beispielsweise sein:
- stabile Paletten,
- Kanthölzer,
- Rundhölzer,
- ein geeigneter Holz- oder Metallrost,
- ein trockener, tragfähiger Kiesuntergrund mit zusätzlichem Abstand zum Holz.
Entscheidend ist weniger das konkrete Material als das Funktionsprinzip: Das Brennholz bleibt vom feuchten Untergrund getrennt und Luft kann auch unterhalb des Stapels zirkulieren.

Brennholz abdecken: oben schützen, nicht komplett einwickeln
Eine der häufigsten Fehlentscheidungen bei der Brennholzlagerung ist die vermeintlich besonders sichere Vollverpackung.
Eine Plane wird über Dach, Vorderseite, Rückseite und Seiten gezogen. Regen bleibt zwar draußen – Feuchtigkeit aus dem Holz aber ebenfalls.
Das TFZ empfiehlt deshalb, eine Plane bei Freilagerung nur im oberen Bereich als Schutz gegen Regen und Schnee einzusetzen und den Luftzutritt möglichst wenig einzuschränken.
Besser geeignet sind je nach Situation:
- ein festes kleines Dach,
- Wellblech oder geeignete Dachplatten,
- eine ausreichend befestigte obere Abdeckung,
- eine Plane, die nur die Oberseite schützt und die Seiten offen lässt.
Merksatz: Brennholz braucht einen Regenschirm – keine Plastiktüte.
Brennholz richtig stapeln
Der Holzstapel selbst sollte drei Anforderungen erfüllen: Luftdurchlässigkeit, Stabilität und einfache Nutzung.
1. Holz möglichst früh spalten
Gespaltene Scheite trocknen günstiger als starke ungespaltene Rundlinge. Das TFZ weist darauf hin, dass ungespaltenes Holz in Versuchen länger benötigte, um einen Wassergehalt unter 20 % zu erreichen.
Größere Rundlinge sollten deshalb nicht jahrelang als kompakte Holzstücke im Lager liegen, wenn sie später ohnehin gespalten verbrannt werden sollen.
2. Stapel nicht unnötig verdichten
Brennholz muss standsicher liegen, sollte aber nicht so dicht zwischen geschlossene Flächen gepresst werden, dass die Luftbewegung praktisch unterbunden wird.
3. Stapel gegen Umkippen sichern
Besonders an Wegen, Hauseingängen oder Bereichen, in denen Kinder oder Haustiere vorbeikommen, ist die Standsicherheit wichtiger als eine maximale Stapelhöhe.
Enden können beispielsweise durch geeignete Seitenpfosten, stabile Regalrahmen oder fachgerecht ausgeführte Kreuzstapel gesichert werden.
Eine pauschale maximale Stapelhöhe ist wenig sinnvoll: Sie hängt von Scheitlänge, Untergrund, Konstruktion, Seitenführung und Zugänglichkeit ab.
4. Alte und neue Holzpartien nicht wahllos vermischen
Wer im Frühjahr neues Holz vor das trockene Holz des Vorjahres stapelt, baut sich ein logistisches Problem.
Besser ist eine einfache Chargenlogik:
Alt zuerst. Neu dahinter oder separat.
So ist jederzeit erkennbar, welche Scheite bereits trocken sind und welche noch eine weitere Saison benötigen.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Die bekannte Faustregel lautet häufig: Brennholz muss ein bis zwei Jahre lagern.
Als grobe Planung ist das brauchbar. Als Freigabekriterium für den Ofen ist es zu ungenau.
Das Umweltbundesamt nennt je nach Holzart ungefähr ein bis zwei Jahre Trocknungszeit. Versuche des TFZ zeigen jedoch, wie stark gute Lagerbedingungen die tatsächliche Dauer beeinflussen können: Dort unterschritt im Winter geschlagenes und günstig gelagertes Holz nach einem warmen Sommer bereits nach rund acht Monaten einen Wassergehalt von 20 %.
Das bedeutet nicht, dass Brennholz grundsätzlich nach acht Monaten trocken ist.
Es zeigt vielmehr:
Die Lagerdauer ist ein Planungssignal. Der gemessene Wassergehalt ist das bessere Entscheidungskriterium.
Die tatsächliche Trocknung hängt unter anderem ab von:
- Ausgangsfeuchte,
- Holzart,
- Scheitgröße,
- gespalten oder ungespalten,
- Sonne,
- Wind,
- Niederschlagsschutz,
- Untergrund,
- Jahreszeit und Wetterverlauf.
Holzfeuchte und Wassergehalt: zwei Werte, die oft verwechselt werden
Bei Brennholz wird im Alltag häufig einfach von „Restfeuchte“ gesprochen. Fachlich können damit jedoch zwei unterschiedliche Größen gemeint sein.
| Begriff | Bezugsgröße | Beispiel |
|---|---|---|
| Wassergehalt | Wassermasse im Verhältnis zur feuchten Gesamtmasse | 20 % Wassergehalt |
| Holzfeuchte / Feuchtegehalt | Wassermasse im Verhältnis zur Trockenmasse | 25 % Holzfeuchte |
Ein Wassergehalt von 20 % entspricht ungefähr einer Holzfeuchte von 25 %.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – 1. BImSchV für die betreffenden Holzbrennstoffe einen Feuchtegehalt von unter 25 % bezogen auf das Trocken- beziehungsweise Darrgewicht fordert.
Das Umweltbundesamt und das TFZ arbeiten für den praktischen Einsatz häufig mit dem leichter verständlichen Wassergehalt. Für lufttrockenes Brennholz ist ein Bereich von ungefähr 15 bis 20 % Wassergehalt eine sinnvolle Orientierung.
Wichtig beim Messgerät: Prüfe in der Bedienungsanleitung, ob das Gerät Holzfeuchte oder Wassergehalt anzeigt. Die Zahlen dürfen nicht einfach gleichgesetzt werden.

Wie misst man, ob Brennholz wirklich trocken genug ist?
Ein einzelner Messwert auf der außen liegenden Stirnseite ist nur begrenzt aussagekräftig.
Das TFZ hat verschiedene elektrische Schnellmessgeräte untersucht und festgestellt, dass Messstelle und Messmethode das Ergebnis beeinflussen können. Bei vielen Messprinzipien liefert die innere Längs- beziehungsweise frisch gespaltene Fläche bessere Ergebnisse als eine beliebige Oberflächenmessung.
Für den privaten Lagercheck ist deshalb folgende Vorgehensweise sinnvoll:
- Mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen des Holzstapels auswählen.
- Nicht nur die außen liegenden, sonnigsten Scheite prüfen.
- Einige Scheite unmittelbar vor der Messung erneut spalten.
- Auf der frischen inneren Holzfläche messen.
- Die Messrichtung und Vorgehensweise aus der Anleitung des Messgeräts beachten.
- Mehrere Werte vergleichen statt einen Einzelwert zum Maßstab zu machen.
So wird aus dem Feuchtemessgerät ein Kontrollinstrument und nicht nur ein Gerät, das irgendeine Zahl anzeigt.
Das RAUMION-2-Lager-Prinzip: trocknen und nutzen voneinander trennen
Ein Lager kann technisch gut funktionieren und trotzdem im Alltag lästig sein.
Wer im Winter jeden Abend über den gesamten Garten laufen muss, um drei Scheite zu holen, wird früher oder später improvisieren. Dann entstehen Körbe auf Laufwegen, große Holzstapel im Wohnzimmer oder feuchtes Holz wird unnötig früh ins Haus getragen.
Alltagstauglicher ist ein einfaches 2-Lager-Prinzip.
Lager 1: Der Saisonvorrat
Hier liegt die große Menge Brennholz.
Priorität haben:
- optimale Trocknung,
- Regenschutz,
- Belüftung,
- stabile Lagerung,
- Trennung verschiedener Jahrgänge.
Lager 2: Der kleine Gebrauchsvorrat
In Ofennähe beziehungsweise auf dem täglichen Weg zum Wohnbereich liegt nur die Menge, die zeitnah gebraucht wird.
Dorthin gehört ausschließlich bereits ausreichend trockenes Holz.
Bei Lagerung im Wohnraum müssen insbesondere die vom Ofenhersteller vorgegebenen Brandschutzabstände und die konkrete Aufstellsituation berücksichtigt werden. Ein großer dekorativer Holzstapel direkt neben der Feuerstätte ist keine sinnvolle Ersatzlösung für ein richtiges Außenlager.
Zeitwohlstands-Tipp: Dimensioniere den kleinen Vorrat so, dass du nicht bei jedem einzelnen Feuer nach draußen musst, aber auch keinen unnötig großen Innenvorrat aufbaust.

Neue Lieferung? Erst Lagerlogistik planen, dann abkippen lassen
Ein häufig übersehener Zeitpunkt entscheidet über die Ordnung der nächsten Monate: die Anlieferung.
Bevor neues Brennholz auf Einfahrt oder Grundstück abgeladen wird, sollte klar sein:
- Wo soll die neue Charge trocknen?
- Wo liegt das bereits ofenfertige Holz?
- Kann beides getrennt bleiben?
- Wie gelangt das Holz vom Abladepunkt zum Lager?
- Müssen Stufen oder längere Wege überwunden werden?
- Ist der Lagerplatz bereits vorbereitet und trocken?
- Ist genug Reservefläche für die gesamte Menge vorhanden?
Wer diese Fragen erst beantwortet, nachdem drei Raummeter Holz in der Einfahrt liegen, macht aus einem Brennstoffvorrat schnell ein Wochenendprojekt.
Wie viel Platz braucht ein Brennholzlager?
Für eine grobe Planung kann mit dem tatsächlich gestapelten Raumvolumen gerechnet werden.
Ein Raummeter beschreibt einen Kubikmeter aufgeschichtetes Holz einschließlich der Zwischenräume zwischen den Scheiten. Das TFZ weist gleichzeitig darauf hin, dass Raummeter und Schüttraummeter nicht miteinander verwechselt werden dürfen.
Einfache RAUMION-Lagerformel:
benötigte Stapellänge = Holzvolumen ÷ Stapelhöhe ÷ Stapeltiefe
Beispiel:
Du möchtest 3 Raummeter ofenfertige 33-cm-Scheite in einer einzelnen Reihe lagern.
Geplante Höhe: 1,50 m
Stapeltiefe: ungefähr 0,33 m
3 m³ ÷ 1,50 m ÷ 0,33 m ≈ 6,1 m Stapellänge.
Das Beispiel zeigt einen wichtigen Planungseffekt: Ein schmaler Brennholzstapel kann überraschend lang werden.
Bei zwei Lagerreihen oder anderen Scheitlängen verändert sich die notwendige Grundfläche entsprechend. Außerdem sollten Luftzwischenräume, Konstruktion, Seitenpfosten und Zugänglichkeit mit eingeplant werden.
Wichtig: Verwende für solche Berechnungen nicht ungeprüft Schüttraummeter wie Raummeter. Lose geschüttetes Holz enthält wesentlich mehr Zwischenraum als sauber gestapeltes Holz.
Brennholz im Winter trocken halten
Auch bereits trockenes Holz bleibt nicht unter allen Bedingungen dauerhaft auf exakt demselben Feuchteniveau.
Holz ist hygroskopisch und reagiert auf die Feuchtigkeit seiner Umgebung. Das TFZ beobachtete bei Außenlagerung beispielsweise im Herbst eine saisonale Wiederaufnahme von Feuchtigkeit.
Deshalb bleibt der Wetterschutz auch nach erfolgreicher Trocknung wichtig.
Vor Beginn der Heizperiode lohnt sich ein kurzer Lagercheck:
- Ist die Dach- oder Planenabdeckung noch intakt?
- Kann Niederschlag seitlich dauerhaft in den Stapel treiben?
- Stehen die unteren Scheite weiterhin trocken?
- Ist der Luftspalt zur Wand frei?
- Hat sich Laub hinter oder unter dem Stapel gesammelt?
- Ist der Stapel weiterhin standsicher?
- Welche Charge soll im kommenden Winter zuerst verbraucht werden?
- Liegt der gemessene Wassergehalt der vorgesehenen Scheite im geeigneten Bereich?
Die häufigsten Fehler beim Brennholzlagern
Fehler 1: Den gesamten Stapel mit Plane einwickeln
Regen wird abgehalten, aber gleichzeitig wird die notwendige Luftbewegung behindert.
Besser: Von oben schützen und die Seiten möglichst offen halten.
Fehler 2: Holz direkt auf Erde stapeln
Die untere Lage wird dauerhaft Feuchtigkeit und Verschmutzung ausgesetzt.
Besser: Einen stabilen, trockenen und belüfteten Unterbau schaffen.
Fehler 3: Das Holz unmittelbar an die Hauswand drücken
Hinter dem Stapel kann die Luftbewegung stark eingeschränkt sein.
Besser: Luftspalt lassen. Das TFZ empfiehlt mindestens 10 cm Abstand zu Gebäudewänden.
Fehler 4: Frisches Brennholz in Keller oder geschlossene Garage bringen
Das Wasser aus dem Holz verschwindet nicht. Es gelangt zunächst in die Raumluft.
Besser: Frisches Brennholz draußen beziehungsweise in einer ausreichend offenen, dafür geeigneten Konstruktion trocknen.
Fehler 5: Nur nach der Lagerdauer entscheiden
„Das Holz liegt seit zwei Jahren“ ist noch keine Messung.
Besser: Mehrere Scheite kontrollieren und den tatsächlichen Wassergehalt berücksichtigen.
Fehler 6: Nur außen am Scheit messen
Die Oberfläche kann trockener sein als der innere Bereich.
Besser: Stichproben frisch spalten und die Messung nach Geräteanleitung auf der inneren Fläche durchführen.
Fehler 7: Neues Holz vor den alten Vorrat stapeln
Dadurch wird trockenes Holz unzugänglich und Jahrgänge vermischen sich.
Besser: Neue Charge separat beziehungsweise hinter dem nutzbaren Bestand lagern.
Fehler 8: Das Lager nur nach Optik planen
Ein schöner Unterstand am hintersten Ende des Grundstücks kann im Januar jeden Abend zusätzliche Wege erzeugen.
Besser: Trocknung und Nutzung gemeinsam planen und Saisonlager vom kleinen Gebrauchsvorrat trennen.
Fehler 9: Einen großen Holzvorrat direkt neben dem Kaminofen aufbauen
Kurze Wege dürfen nicht auf Kosten des Brandschutzes entstehen.
Besser: Nur einen angemessenen trockenen Gebrauchsvorrat in Wohnnähe bereithalten und die Vorgaben des Ofenherstellers zu brennbaren Materialien beachten.
Der 10-Minuten-Brennholz-Lagercheck vor der Heizsaison
□ Dach beziehungsweise obere Abdeckung intakt
□ Seiten ausreichend offen
□ Holz hat keinen direkten Erdkontakt
□ Unterste Scheite trocken und unauffällig
□ Luftspalt zur Hauswand frei
□ Stapel standsicher
□ alte und neue Charge eindeutig getrennt
□ mehrere Scheite auf Wassergehalt beziehungsweise Holzfeuchte geprüft
□ trockene Charge für den Winter gut erreichbar
□ kleiner Gebrauchsvorrat ohne Konflikt mit Brandschutzabständen organisiert

Wann braucht ein Brennholzlager mehr als eine einfache DIY-Lösung?
Das Stapeln von Brennholz ist grundsätzlich eine überschaubare Aufgabe. Schwieriger wird es, sobald aus dem Holzstapel ein bauliches Projekt wird.
Eine fachliche beziehungsweise örtliche Prüfung kann sinnvoll oder notwendig werden, wenn:
- ein größerer fester Holzunterstand gebaut werden soll,
- die Konstruktion unmittelbar an Grundstücksgrenzen steht,
- größere Brennstoffmengen gelagert werden,
- das Lager in oder an Garagen beziehungsweise anderen Gebäuden geplant wird,
- Brandschutzabstände zu Feuerstätten oder Abgaswegen betroffen sind,
- Dachlasten, Fundamente oder Standsicherheit nicht sicher beurteilt werden können,
- örtliche Bau- oder Brandschutzvorschriften unklar sind.
Die richtige Lösung ist dann nicht, irgendeine Internet-Abstandsangabe zu übernehmen, sondern die konkrete Konstruktion und die örtlichen Vorgaben zu prüfen.
Fazit: Das beste Brennholzlager verbindet Trocknung mit Alltag
Brennholz richtig zu lagern bedeutet nicht, es möglichst vollständig vor der Außenwelt abzuschirmen.
Die robuste Lösung kombiniert vier Funktionen:
oben trocken.
unten trocken.
rundherum luftig.
im Alltag organisiert.
Schütze den Stapel von oben vor Regen und Schnee, halte das Holz vom feuchten Boden fern und lasse ausreichend Luft an die Scheite. Wird an einer Gebäudewand gelagert, sorgt ein Luftspalt dafür, dass die Rückseite nicht zur feuchten Problemzone wird.
Verlasse dich anschließend nicht allein auf eine pauschale Lagerdauer. Prüfe mehrere Scheite und unterscheide sauber zwischen Wassergehalt und Holzfeuchte.
Der entscheidende zusätzliche Schritt ist die Organisation:
Trenne neue und alte Holzpartien. Plane den Lieferweg. Halte trockenes Holz gut erreichbar. Nutze draußen ein großes Saisonlager und in Ofennähe nur einen kleinen, brandschutzgerecht platzierten Gebrauchsvorrat.
So wird aus einem Holzstapel ein funktionierendes Versorgungssystem.
Weniger Nachtragen.
Weniger feuchtes Holz.
Weniger improvisierte Lagerplätze.
Weniger offene Fragen vor dem Winter.
Und mehr von dem, was der Brennholzvorrat eigentlich schaffen soll:
Wärme, Ruhe, Struktur und einen zuverlässig vorbereiteten Winter.

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Trockenes Brennholz ist vorbereitet. Prüfe jetzt auch den Kaminofen selbst und anschließend das gesamte Haus als zusammenhängendes Wintersystem.
Häufig gestellte Fragen zu Brennholz richtig lagern
Wie viel Abstand sollte Brennholz zur Hauswand haben?
Das Technologie- und Förderzentrum empfiehlt bei der Lagerung von Scheitholz mindestens 10 cm Abstand zu Gebäudewänden oder zwischen Holzstapeln. Dadurch kann Luft hinter dem Stapel zirkulieren und Feuchtigkeit besser abgeführt werden. Bei größeren Lagern oder besonderen baulichen Situationen können zusätzlich örtliche Bau- oder Brandschutzvorgaben relevant sein.
Kann man frisches Brennholz im Keller trocknen?
Frisches oder feuchtes Brennholz sollte nicht in geschlossenen Kellerräumen getrocknet werden. Das Holz gibt während der Trocknung erhebliche Feuchtigkeit an die Umgebungsluft ab. Für die Trocknung ist ein sonniger, luftiger und gegen Niederschlag geschützter Außenstandort deutlich geeigneter.
Kann Brennholz in einer Garage gelagert werden?
Für frisches Brennholz ist eine geschlossene Garage in der Regel kein guter Trocknungsort, weil die Feuchtigkeit nur unzureichend abgeführt werden kann. Bereits trockenes Brennholz kann je nach Belüftung, Nutzung der Garage sowie Brandschutz- und örtlichen Vorgaben anders zu beurteilen sein.
Sollte Brennholz vollständig mit einer Plane abgedeckt werden?
Nein. Das Holz sollte von oben vor Regen und Schnee geschützt werden, die Seiten sollten jedoch möglichst offen bleiben. Eine rundum geschlossene Plane behindert die Luftzirkulation und kann die Trocknung verschlechtern.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Ein bis zwei Jahre sind eine verbreitete grobe Orientierung, aber keine zuverlässige Freigaberegel. Scheitgröße, Holzart, Aufbereitung, Sonne, Wind und Regenschutz beeinflussen die Trocknungszeit erheblich. Unter sehr guten Bedingungen kann Holz deutlich schneller einen Wassergehalt unter 20 Prozent erreichen. Entscheidend ist deshalb die tatsächliche Messung.
Wie trocken sollte Brennholz zum Verbrennen sein?
Für lufttrockenes Scheitholz ist ein Wassergehalt von etwa 15 bis 20 Prozent eine sinnvolle Orientierung. Wichtig ist die Begrifflichkeit: 20 Prozent Wassergehalt entsprechen ungefähr 25 Prozent Holzfeuchte bezogen auf die Trockenmasse. Die Anzeige des verwendeten Messgeräts sollte deshalb geprüft werden.
Wo misst man die Holzfeuchte am besten?
Für eine aussagekräftigere Kontrolle sollten mehrere Scheite aus verschiedenen Lagerbereichen geprüft werden. Bei vielen elektrischen Messverfahren ist eine Messung auf einer unmittelbar zuvor frisch gespaltenen inneren Holzfläche sinnvoller als nur auf der trockenen Außenseite. Maßgeblich bleibt die Anleitung des jeweiligen Messgeräts.
Darf Brennholz direkt auf Pflaster oder Erde liegen?
Direkter Kontakt zu Erde sollte vermieden werden. Auch auf dauerhaft feuchtem Pflaster ist ein belüfteter Unterbau sinnvoll. Paletten, Kanthölzer, Rundhölzer oder geeignete Roste können das Holz vom Untergrund trennen und gleichzeitig die Luftzirkulation von unten verbessern.
Wie viel Brennholz sollte man im Wohnzimmer lagern?
Im Wohnbereich sollte nur ein sinnvoll bemessener trockener Gebrauchsvorrat liegen. Wie und wo dieser gelagert werden darf, richtet sich insbesondere nach den Herstellerangaben der Feuerstätte und den notwendigen Abständen zu brennbaren Materialien. Der große Saisonvorrat gehört in ein geeignetes Hauptlager.
Quellen und weiterführende Fachinformationen
Die fachlichen Kernaussagen dieses Ratgebers wurden mit Informationen des Umweltbundesamtes, des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, der geltenden 1. BImSchV sowie Informationen des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks abgeglichen.

