Automatische Bewässerung winterfest machen: Leitungen, Ventile und Steuerung schützen
Eine automatische Bewässerung nimmt dir im Sommer viel Arbeit ab. Sie versorgt Rasen, Beete, Hecken, Hochbeete und Pflanzkübel zuverlässig mit Wasser und kann den Garten auch während längerer Abwesenheit stabil halten.
Im Herbst entsteht jedoch eine neue Aufgabe: Das System muss rechtzeitig auf Frost vorbereitet werden.
Wasser, das in Leitungen, Ventilen, Filtern, Pumpen oder Regnern zurückbleibt, kann gefrieren und Bauteile beschädigen. Besonders gefährdet sind enge Hohlräume, oberirdische Komponenten, Filtergehäuse, Druckminderer, Magnetventile, Anschlussstücke und nicht entleerte Außenleitungen.
Das Problem: Eine Bewässerungsanlage besteht nicht nur aus einem Schlauch. Sie ist ein zusammenhängendes System aus Wasserquelle, Hauptleitung, Verteilern, Ventilen, Bewässerungszonen, Auslässen, Sensoren und Steuerung.
Deshalb reicht es nicht, lediglich den Wasserhahn zuzudrehen.
Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du eine automatische Bewässerung winterfest machst, welche Unterschiede zwischen Tropfbewässerung, Pipeline und Versenkregnern bestehen und wann die Entleerung mit Druckluft besser einem Fachbetrieb überlassen wird.
Kurzantwort: Wie macht man eine automatische Bewässerung winterfest?
Schließe zuerst die Wasserzufuhr und trenne das Bewässerungssystem vom Hausanschluss. Entleere anschließend Hauptleitungen, Bewässerungskreise, Filter, Druckminderer, Regner und Ventile nach den Vorgaben des Herstellers.
Oberirdische Steuerungen, Bewässerungscomputer, Batterien, Sensoren und empfindliche Anschlussgeräte werden demontiert und frostfrei gelagert. Unterirdische Systeme werden über vorhandene Ablassventile, automatische Entwässerungsventile oder – sofern ausdrücklich vorgesehen – kontrolliert mit Druckluft entleert.
Bei komplexen Anlagen, unbekannter Leitungsführung, Rückflussverhinderern oder fehlender Erfahrung mit Kompressoren sollte ein Bewässerungs- oder Sanitärfachbetrieb beauftragt werden.
Warum Frost für Bewässerungsanlagen gefährlich ist
Gefrierendes Wasser dehnt sich aus. Befindet es sich in einem geschlossenen Bauteil, kann dadurch ein hoher Druck entstehen. Die Folge können gerissene Filtergehäuse, undichte Kupplungen, beschädigte Magnetventile, gebrochene Regner oder geplatzte Rohrabschnitte sein.
Der Schaden wird häufig erst im Frühjahr sichtbar. Sobald die Wasserzufuhr wieder geöffnet wird, tritt Wasser an einer unterirdischen Verbindung, in einem Ventilkasten oder hinter einem schwer zugänglichen Anschluss aus.
Der DVGW weist darauf hin, dass nicht frostsichere Außenarmaturen und Leitungen während der frostgefährdeten Jahreszeit abgesperrt und entleert werden müssen. Für unterirdische Beregnungsanlagen kann außerdem eine speziell bewertete Sicherung gegen Rückfließen in die Trinkwasserinstallation erforderlich sein. Arbeiten an der Trinkwasserinstallation gehören in die Hände eines zugelassenen Fachbetriebs. DVGW: Außenwasseranschlüsse und Gartenbewässerung
Besonders gefährdete Komponenten
Zu den typischen Schwachstellen gehören:
- Außenwasserhähne und Zuleitungen
- Bewässerungscomputer am Wasserhahn
- Filtergehäuse
- Druckminderer
- Basisgeräte von Tropfbewässerungen
- Schlauchkupplungen und Verteiler
- Magnetventile
- Rückflussverhinderer und Systemtrenner
- Ventilkästen in Senken
- Versenkregner
- Tropfer und Sprühdüsen
- oberirdische Rohrleitungen
- Pumpen und Hauswasserwerke
- Leitungsabschnitte ohne ausreichendes Gefälle
- Zonen mit Rückschlagventilen
- Regensensoren und Bodenfeuchtesensoren
- batteriebetriebene Steuergeräte
Frostsensoren ersetzen keine Entleerung
Ein Frostsensor kann verhindern, dass eine Anlage bei niedrigen Temperaturen startet. Er entfernt jedoch kein bereits vorhandenes Wasser aus Leitungen, Ventilen oder Regnern.
Er ist deshalb eine zusätzliche Schutzfunktion, aber keine Alternative zum eigentlichen Wintercheck. Hunter empfiehlt für Frostregionen ausdrücklich, das Steuergerät abzuschalten, die Hauptwasserzufuhr zu schließen und vorhandenes Restwasser zu entfernen.
Das RAUMION-5-Ebenen-Modell für den Wintercheck
Eine Bewässerungsanlage wird zuverlässiger winterfest, wenn du sie nicht als Ansammlung einzelner Bauteile, sondern als zusammenhängende Versorgungskette betrachtest.
Ebene 1: Wasserquelle
Dazu gehören:
- Trinkwasseranschluss
- Außenwasserhahn
- Brunnen
- Regentonne
- Regenwassertank
- Zisterne
- Hauswasserwerk
- Tauch- oder Gartenpumpe
Ebene 2: Druck- und Hauptversorgung
Hierzu zählen:
- Hauptabsperrung
- Rückflussverhinderer
- Systemtrenner
- Filter
- Druckminderer
- Hauptleitungen
- Pumpendruckleitung
Ebene 3: Verteilung
Dazu gehören:
- Wasserverteiler
- Magnetventile
- Ventilkästen
- Abzweige
- Mehrkanalsteuerungen
- einzelne Bewässerungszonen
Ebene 4: Wasserabgabe
Hier liegen:
- Versenkregner
- Sprühdüsen
- Tropfer
- Tropfrohre
- Perlschläuche
- Mikrosprüher
- Bewässerungsanschlüsse
- mobile Regner
Ebene 5: Steuerung und Überwachung
Dazu zählen:
- Bewässerungscomputer
- fest installierte Steuergeräte
- App-Steuerung
- Bodenfeuchtesensoren
- Regensensoren
- Frostsensoren
- Pumpensteuerung
- Batterien und Netzteile
RAUMION-Regel:
Eine Bewässerungsanlage ist erst dann winterfest, wenn alle fünf Ebenen geprüft wurden. Das Entleeren einer sichtbaren Leitung schützt nicht automatisch Ventile, Filter, Pumpen oder Steuerung.
Welche Bewässerungssysteme müssen unterschiedlich behandelt werden?
Nicht jede Anlage wird auf dieselbe Weise entleert. Entscheidend sind Bauart, Leitungsführung, Herstellerfreigabe und vorhandene Entwässerungspunkte.
| System | Typische Wintermaßnahme | Eigenleistung möglich? | Fachbetrieb sinnvoll? |
|---|---|---|---|
| Mobiler Gartenschlauch | Trennen, leeren, trocken lagern | Ja | Selten |
| Oberirdische Tropfbewässerung | Basisgerät entfernen, Leitungen entleeren, Öffnungen schließen | Meist ja | Bei komplexen Anlagen |
| Unterirdisches Tropfrohr | Spül- und Ablasspunkte nutzen, Herstelleranleitung beachten | Teilweise | Häufig sinnvoll |
| Pipeline mit Gefälle | Tiefpunkte und Ablassventile öffnen | Meist ja | Bei unklarer Leitungsführung |
| Pipeline mit Senken | Kontrollierte Entleerung, gegebenenfalls Druckluft | Eingeschränkt | Ja |
| Versenkregneranlage | Manuell, automatisch oder mit Druckluft entleeren | Abhängig vom System | Häufig |
| Mehrzonenanlage mit Magnetventilen | Jede Zone separat drucklos machen und entleeren | Eingeschränkt | Bei Druckluft |
| Regenwasseranlage | Pumpe, Filter, Druckleitung und Speicher prüfen | Teilweise | Bei fest installierten Pumpen |
| Smart-Garden-System | Programme sichern, Wintermodus aktivieren, Batterien und Sensoren schützen | Meist ja | Bei Pumpen- oder Netzanschluss |
GARDENA unterscheidet bei seinen Frosthinweisen ausdrücklich zwischen Bewässerungssteuerungen, Sprinklersystemen, Pipeline und Micro-Drip-System. Diese Unterscheidung ist sinnvoll, weil nicht alle Komponenten dieselben Hohlräume, Ventile und Entleerungsmöglichkeiten besitzen. GARDENA: Frostschutz für unterschiedliche Bewässerungssysteme
RAUMION-WEITERLESEN
Automatische Bewässerung im Garten planen
Der Grundlagenratgeber erklärt, welche Bewässerungssysteme sich für Rasen, Beete, Hochbeete und Pflanzkübel eignen und wie Wasserquelle, Zonen und Steuerung zusammen geplant werden.
Automatische Bewässerung planen →
Automatische Bewässerung winterfest machen: 15 Schritte
1. Bedienungsanleitungen und Anlagenplan zusammenstellen
Bevor du Ventile öffnest oder Komponenten demontierst, solltest du klären, wie dein System aufgebaut ist.
Notiere:
- Hersteller und Systemfamilie
- Position der Hauptabsperrung
- Anzahl der Bewässerungszonen
- Verlauf der Hauptleitung
- Position der Magnetventile
- vorhandene manuelle Ablassventile
- vorhandene automatische Entwässerungsventile
- tiefste und höchste Punkte
- Lage von Filtern und Druckminderern
- Pumpen- und Stromversorgung
- mögliche Anschlüsse für Druckluft
Bei einer nachträglich erweiterten Anlage können unterschiedliche Hersteller und Rohrdimensionen kombiniert worden sein. In diesem Fall gilt für den zulässigen Druck immer die empfindlichste Komponente.
Die Herstelleranleitung hat Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.
Praxis-Tipp
Fotografiere:
- jeden Ventilkasten
- die Position aller Absperrungen
- Kabelanschlüsse
- Filtereinsätze
- Pumpenanschlüsse
- Druckeinstellungen
- den Aufbau vor der Demontage
Diese Bilder werden im Frühjahr zu einer einfachen Wiederinbetriebnahme-Anleitung.
2. Anlage vor der Stilllegung vollständig testen
Führe vor dem Entleeren einen letzten kontrollierten Funktionstest durch.
Aktiviere jede Zone einzeln und prüfe:
- Fahren alle Versenkregner vollständig aus?
- Drehen sich Getrieberegner gleichmäßig?
- Sind Düsen verstopft?
- Gibt es ungewöhnlich nasse Stellen?
- Tropft ein Magnetventil nach?
- Sind Tropfschläuche beschädigt?
- Zeigt die Steuerung Fehlermeldungen?
- Startet eine Pumpe zuverlässig?
- Funktionieren Regen- und Feuchtesensoren?
Markiere defekte Stellen sofort. Im Frühjahr ist die genaue Position häufig nicht mehr erkennbar.
RAUMION-Regel:
Der Herbstcheck dient nicht nur dem Frostschutz. Er ist gleichzeitig die beste Gelegenheit, Wartungsbedarf für das Frühjahr zu dokumentieren.

3. Programme, Laufzeiten und Einstellungen sichern
Bevor ein Bewässerungscomputer ausgeschaltet oder eine Batterie entfernt wird, solltest du die aktuellen Einstellungen dokumentieren.
Sichere:
- Startzeiten
- Bewässerungstage
- Laufzeit jeder Zone
- saisonale Anpassung
- Sensorgrenzwerte
- Pumpensteuerung
- Regenverzögerung
- WLAN- oder App-Zuordnung
- individuelle Zonennamen
Mache Screenshots in der App oder fotografiere das Display.
Bei manchen Steuergeräten bleiben die Programme auch ohne Strom gespeichert. Andere verlieren Uhrzeit, Datum oder einzelne Einstellungen. Rain Bird empfiehlt bei geeigneten Steuergeräten die Verwendung eines Regen- oder Abschaltmodus, weil die Programmdaten dabei erhalten bleiben. Wird das Gerät vollständig stromlos geschaltet, kann im Frühjahr eine erneute Programmierung notwendig sein. Rain Bird: Bewässerungssystem winterfest machen
Bei Steuerungen mit Pumpenausgang
Stelle sicher, dass die Pumpe während des Winters nicht versehentlich gestartet werden kann.
Je nach System kann das bedeuten:
- Wintermodus aktivieren
- Pumpenfreigabe deaktivieren
- Hauptventil-Ausgang sperren
- Steuerung stromlos schalten
- Pumpe separat vom Netz trennen
Folge dabei der Anleitung des Steuerungs- und Pumpenherstellers.
4. Hauptwasserzufuhr schließen
Schließe die separate Absperrung der Bewässerungsanlage.
Wichtig ist, dass du nicht versehentlich die gesamte Hausinstallation veränderst, wenn eine eigene Gartenleitung vorhanden ist.
Gehe anschließend kontrolliert vor:
- Hauptabsperrung der Bewässerung schließen.
- Bewässerungszone kurz öffnen.
- Restdruck abbauen lassen.
- Prüfen, ob weiterhin Wasser nachströmt.
- Absperrung auf Dichtheit kontrollieren.
Fließt nach längerer Zeit weiterhin Wasser, schließt das Ventil möglicherweise nicht vollständig.
Arbeiten an der Trinkwasserinstallation
Eine fest an die Trinkwasserinstallation angeschlossene unterirdische Beregnungsanlage kann höhere Anforderungen an Rückflussverhinderung und Systemtrennung stellen als ein frei geführter Gartenschlauch. Der DVGW empfiehlt, die erforderliche Sicherungseinrichtung durch ein Fachunternehmen bewerten zu lassen. Einbau, Reparatur und Ausbau entsprechender Bauteile dürfen nicht beliebig in Eigenleistung erfolgen.
5. Außenwasserhahn und hausseitige Leitung sichern
Bei einem herkömmlichen Außenwasserhahn solltest du:
- den angeschlossenen Schlauch entfernen
- die innere Absperrung schließen
- die Entleerungsmöglichkeit öffnen
- den Außenhahn vollständig öffnen
- Restwasser ablaufen lassen
- prüfen, ob die Leitung wirklich drucklos ist
Bei einer frostsicheren Außenarmatur liegt der wasserführende Bereich konstruktiv im geschützten Gebäudeinneren. Trotzdem sollten angeschlossene Schläuche, Verteiler und Bewässerungscomputer entfernt werden. Die Armatur darf nur so betrieben werden, wie es der Hersteller vorsieht. Der DVGW unterscheidet ausdrücklich zwischen konventionellen und frostsicheren Außenarmaturen.
Nicht einfach isolieren
Eine Isolierhaube kann eine entleerte Armatur zusätzlich schützen. Sie ersetzt jedoch keine funktionierende Absperrung und keine Entleerung einer nicht frostsicheren Leitung.

6. Bewegliche Schläuche, Verteiler und Anschlüsse demontieren
Mobile Komponenten sollten nicht dauerhaft gefüllt oder ungeschützt im Garten liegen bleiben.
Dazu gehören:
- Gartenschläuche
- Spiralschläuche
- Schlauchwagen
- Mehrfachverteiler
- Brausen
- Spritzen
- mobile Rasensprenger
- Schlauchkupplungen
- Wassersteckdosen-Zubehör
- Bewässerungsuhren
- automatische Wasserverteiler
Gartenschläuche richtig entleeren
- Schlauch an beiden Enden trennen.
- Möglichst vollständig ausrollen.
- An einem Ende anheben.
- Wasser zum tieferen Ende herauslaufen lassen.
- Schlauch locker und knickfrei aufrollen.
- Trocken und möglichst frostgeschützt lagern.
Kleine Anschlussstücke und Dichtungen werden am besten gereinigt, getrocknet und gemeinsam in einer beschrifteten Box gelagert.
Nicht unter Spannung aufwickeln
Ein sehr kalter Schlauch sollte nicht mit Gewalt eng aufgewickelt werden. Das Material ist bei niedrigen Temperaturen weniger flexibel und kann durch scharfe Knicke beschädigt werden.
7. Filter, Druckminderer und Basisgeräte ausbauen
Filter und Druckminderer gehören zu den am häufigsten übersehenen Bauteilen.
In ihren Gehäusen kann Restwasser zurückbleiben, obwohl die angeschlossenen Leitungen scheinbar leer sind.
Gehe folgendermaßen vor:
- Anlage drucklos machen.
- Filtergehäuse langsam öffnen.
- Filtereinsatz entnehmen.
- Einsatz mit sauberem Wasser spülen.
- Gehäuse vollständig entleeren.
- Dichtungen auf Risse und Verformungen prüfen.
- Druckminderer und Basisgerät nach Herstelleranleitung demontieren.
- Komponenten trocknen lassen.
- Frostfrei und sauber lagern.
Dichtungen nicht verlieren
O-Ringe und Flachdichtungen sollten entweder:
- am gereinigten Bauteil verbleiben oder
- in einem beschrifteten Beutel gelagert werden.
Unbeschriftete Kleinteile führen im Frühjahr häufig zu unnötigen Ersatzkäufen.
8. Oberirdische Tropfbewässerung entleeren
Tropfbewässerungssysteme bestehen häufig aus:
- 13-Millimeter-Verteilerrohren
- dünnen 4,6-Millimeter-Leitungen
- Tropfern
- Verbindern
- Endstücken
- Absperrventilen
- Mikrosprühern
- Basisgerät mit Filter und Druckminderer
Vorgehensweise
- Wasserzufuhr schließen.
- Basisgerät entfernen.
- Endstücke an den tiefsten Punkten öffnen.
- Haupt- und Verteilerrohre leer laufen lassen.
- Absperrventile auf Durchgang stellen, sofern der Hersteller dies vorsieht.
- Leitungen vorsichtig anheben, wenn Senken erkennbar sind.
- Tropfer und Sprühdüsen auf Verschmutzung prüfen.
- Offene Rohrenden nach dem Entleeren wieder verschließen.
- Empfindliche Geräte frostfrei lagern.
GARDENA empfiehlt für Micro-Drip-Systeme, Basisgeräte zu entfernen, Leitungen über den offenen Rohranfang zu entleeren und die Öffnungen anschließend gegen das Eindringen von Insekten zu verschließen.
Können Tropfschläuche im Beet bleiben?
Viele oberirdische Verteiler- und Tropfrohre können im Beet verbleiben, wenn sie vollständig drucklos und nach Herstellerangabe frostgeeignet sind.
Entscheidend ist:
- keine gefüllten Senken
- kein angeschlossenes Basisgerät
- keine geschlossenen, wassergefüllten Enden
- keine empfindlichen Steuerteile im Außenbereich
- keine mechanische Belastung durch Spaten oder schwere Geräte
Nicht jedes Tropfrohr ist gleich aufgebaut. Druckkompensierende Tropfer, Rückschlagfunktionen oder unterirdische Tropfleitungen können eine andere Winterroutine benötigen.
RAUMION-WEITERLESEN
Tropfbewässerung im Garten selber verlegen
Der Ratgeber zeigt, wie Hauptleitungen, Tropfrohre, Filter, Druckminderer und Bewässerungszonen für Staudenbeete, Hecken und Hochbeete geplant und installiert werden.
Tropfbewässerung richtig planen →

9. Unterirdische Pipeline über Tiefpunkte entleeren
Eine unterirdische Pipeline kann auf drei Arten entwässert werden:
- über manuelle Ablassventile
- über automatische Entwässerungsventile
- kontrolliert mit Druckluft
Manuelle Ablassventile
Diese befinden sich idealerweise an den tiefsten Punkten der Anlage.
Vorgehensweise:
- Hauptwasserzufuhr schließen.
- System drucklos machen.
- höchstgelegenen Anschluss öffnen, damit Luft nachströmen kann
- Ablassventile an den Tiefpunkten öffnen
- Wasser vollständig ablaufen lassen
- weitere Zonen und Abzweige prüfen
- Ventile gemäß Herstelleranleitung in Winterstellung bringen
Automatische Entwässerungsventile
Automatische Ablassventile öffnen, wenn der Systemdruck unter einen definierten Wert fällt. Bei einem GARDENA-Entwässerungsventil erfolgt dies beispielsweise bei einem Druck von weniger als ungefähr 0,2 bar. Das Ventil soll am tiefsten Punkt in einer drainfähigen Kiespackung sitzen. GARDENA: Entwässerungsventil für Pipeline und Sprinklersystem
Automatische Ventile funktionieren nur zuverlässig, wenn:
- sie wirklich an den Tiefpunkten liegen
- der Untergrund Wasser aufnehmen kann
- keine zusätzlichen Senken vorhanden sind
- das Ventil nicht verschmutzt oder blockiert ist
- die Leitung drucklos wird
Ein automatisches Ablassventil ist daher keine Garantie, dass jede beliebige Leitungsführung vollständig leer wird.
Problem: unbekannte Senken
Bei nachträglich veränderten Gärten können Leitungen durch:
- abgesackten Boden
- neue Wege
- Hochbeete
- Terrassen
- Geländemodellierung
- Reparaturstellen
neue Tiefpunkte erhalten haben.
Bleibt unklar, ob die Anlage frei ablaufen kann, sollte sie von einem Fachbetrieb geprüft werden.
10. Versenkregner und Bewässerungszonen separat entleeren
Jede Bewässerungszone muss einzeln betrachtet werden.
Zu einer Zone gehören häufig:
- ein Magnetventil
- eine separate Rohrleitung
- mehrere Versenkregner
- unterschiedliche Höhen
- eigene Düsen und Anschlüsse
Bei Schwerkraftentleerung
- Wasserzufuhr schließen
- Zone öffnen
- Ablassventil am Tiefpunkt öffnen
- höchsten Regner oder Anschluss belüften
- Wasser vollständig ablaufen lassen
- Regner vorsichtig auf Restwasser prüfen
Versenkregner kontrollieren
Prüfe:
- Gehäuse auf Risse
- Düseneinsatz auf Verschmutzung
- Aufsteiger auf Beweglichkeit
- Anschlusswinkel auf Undichtigkeit
- Regnerhöhe zur Bodenoberfläche
- mechanische Schäden durch Rasenmäher oder Spaten
Regner sollten im Winter nicht dauerhaft herausgezogen bleiben. Geöffnete Anschlüsse müssen gegen Erde und Fremdkörper geschützt werden.
11. Anlage nur kontrolliert mit Druckluft ausblasen
Die Druckluftentleerung wird häufig als „Blow-out-Methode“ bezeichnet. Sie ist bei Leitungen sinnvoll, die sich aufgrund ihrer Lage nicht vollständig über Schwerkraft entleeren lassen.
Sie birgt jedoch Risiken:
- zu hoher Druck
- zu großer Luftstrom
- umherfliegende Teile
- beschädigte Regner
- überhitzte trockene Leitungen
- beschädigte Ventile
- Schäden an Rückflussverhinderern
- Verletzungsgefahr an austretenden Düsen
Rain Bird empfiehlt wegen möglicher Sicherheitsrisiken, für die Druckluftentleerung einen örtlichen Bewässerungsspezialisten hinzuzuziehen.
Grundregeln für die Druckluftentleerung
Falls das System und der Hersteller dieses Verfahren ausdrücklich zulassen:
- Wasserzufuhr vollständig schließen.
- Anlage drucklos machen.
- Kompressor nur am vorgesehenen Anschluss anschließen.
- Anschluss hinter der Rückflusssicherung verwenden.
- Niemals Druckluft durch den Rückflussverhinderer blasen.
- Personen, Kinder und Tiere aus dem Bewässerungsbereich entfernen.
- Schutzbrille tragen.
- Mit der entferntesten beziehungsweise höchsten Zone beginnen.
- Luft langsam einströmen lassen.
- Druck unter dem Grenzwert des schwächsten Bauteils halten.
- Jede Zone nur kurz beaufschlagen.
- Besser mehrere kurze Durchgänge als einen langen Durchgang durchführen.
- Stoppen, sobald kein Wasser mehr austritt.
- Keine trockene Leitung weiter mit Luft beaufschlagen.
Hunter nennt für seine Systeme als Obergrenze 80 psi und verlangt gleichzeitig, unter dem maximal zulässigen Druck der jeweils empfindlichsten Komponente zu bleiben. Der Hersteller empfiehlt mehrere kurze Zyklen und warnt vor längerem Luftstrom durch bereits trockene Leitungen, weil dabei Wärme und Schäden entstehen können. Hunter: Bewässerungssystem mit Druckluft winterfest machen
GARDENA nennt für bestimmte Pipeline-Anwendungen in tiefen Senken eine Entleerung mit Druckluft bis maximal 6 bar. Dieser Wert ist produktspezifisch und darf nicht pauschal auf andere Systeme übertragen werden.
Druck ist nicht alles
Ein kleiner Werkstattkompressor kann zwar einen hohen Druck anzeigen, aber zu wenig Luftvolumen liefern. Das führt dazu, dass Wasser nur abschnittsweise bewegt wird und in längeren Leitungen zurückbleibt.
Ein größerer Kompressor kann umgekehrt bei falscher Bedienung erhebliche Schäden verursachen.
RAUMION-Empfehlung:
Bei einer größeren Mehrzonenanlage, unbekannten Leitungsdimensionen, fehlendem Kompressoranschluss oder Unsicherheit über den zulässigen Druck sollte das Ausblasen nicht improvisiert werden.

12. Magnetventile, Ventilkästen und Rückflussbauteile schützen
Magnetventile liegen häufig unterirdisch in Ventilboxen. Diese Boxen sind nicht automatisch frostfrei.
Kontrolliere:
- Steht Wasser im Ventilkasten?
- Ist die Drainageschicht funktionsfähig?
- Sind Verschraubungen undicht?
- Liegen Kabelverbinder trocken?
- Sind Magnetspulen beschädigt?
- Gibt es Erde, Schnecken oder Wurzeln im Kasten?
- Sind Absperr- und Ablassventile zugänglich?
- Kann Wasser aus dem Verteiler entweichen?
Ventilkasten nicht mit ungeeignetem Material füllen
Ein Ventilkasten sollte zugänglich bleiben. Lose Dämmstoffe, Textilien oder Materialien, die Feuchtigkeit speichern, können Wartung erschweren und ein dauerhaft feuchtes Umfeld schaffen.
Oberirdische Ventile und Rückflussbauteile können je nach Bauart mit dafür geeigneten Isolierungen geschützt werden. Entlüftungs- und Ablauföffnungen dürfen dabei nicht blockiert werden. Rain Bird weist ausdrücklich darauf hin, dass Entlüftungs- und Entwässerungsöffnungen an Rückströmsicherungen frei bleiben müssen.
Rückflussverhinderer nicht eigenmächtig verändern
Sicherungseinrichtungen der Trinkwasserinstallation müssen fachgerecht eingebaut und regelmäßig gewartet werden. Bei Unsicherheit über Funktion, Entleerung oder Frostschutz sollte ein zugelassener Fachbetrieb hinzugezogen werden.

13. Pumpen, Zisternen und Regenwasserspeicher vorbereiten
Bei einer Bewässerung mit Regenwasser reicht es nicht, nur die Gartenleitungen zu entleeren.
Prüfe das gesamte System:
- Regentonne oder Speicher
- Ansaugschlauch
- Vorfilter
- Pumpe
- Hauswasserwerk
- Druckbehälter
- Rückschlagventil
- Trockenlaufschutz
- Druckschalter
- Verbindungsleitungen
- Überlauf
- Entnahmeanschluss
Mobile Oberflächenpumpen
Typische Schritte:
- Stromversorgung trennen.
- Druck vollständig abbauen.
- Ansaug- und Druckleitung lösen.
- Entleerungsschraube öffnen.
- Pumpengehäuse vollständig leeren.
- Vorfilter reinigen.
- Pumpe trocknen lassen.
- Frostfrei lagern.
Fest installierte Zisternenpumpen
Nicht jede Tauch- oder Zisternenpumpe muss ausgebaut werden. Entscheidend sind:
- Einbautiefe
- Frostgrenze
- Bauart
- Herstellerfreigabe
- verbleibende wassergefüllte Druckleitung
- Position von Filter und Drucksteuerung
Befolge die Pumpenanleitung. Die Tatsache, dass eine Pumpe unter Wasser steht, bedeutet nicht automatisch, dass alle oberirdischen Druckleitungen und Steuerungsteile frostgeschützt sind.
Regentonnen
Nicht ausdrücklich frostgeeignete Kunststoffbehälter sollten rechtzeitig entleert, gereinigt und gegen erneutes Befüllen gesichert werden. GARDENA empfiehlt, herkömmliche Regentonnen vor dem Winter zu leeren und Pumpen sowie Schläuche frostgeschützt zu lagern. GARDENA: Winterquartier für Bewässerungssysteme
Frostgeeignete Tanks und unterirdische Zisternen werden nach den Vorgaben des Herstellers betrieben.
RAUMION-WEITERLESEN
Regenwasser im Garten nutzen
Dieser Ratgeber zeigt, wie Regentonne, Zisterne, Pumpe und automatische Bewässerung zu einem nachhaltigen Wassersystem verbunden werden können.
14. Steuergeräte, Sensoren und Batterien sichern
Nach der hydraulischen Anlage folgt die Steuerung.
Bewässerungscomputer am Wasserhahn
- Gerät abschrauben
- Restwasser auslaufen lassen
- Gehäuse reinigen
- Batterie entnehmen
- Batteriefach kontrollieren
- Kontakte auf Korrosion prüfen
- trocken und frostfrei lagern
Batteriebetriebene Magnetventile
Je nach Hersteller:
- Steuereinheit abnehmen
- Batterie entfernen
- Ventil drucklos machen
- elektrischen Anschluss trocken halten
- Öffnung mit vorgesehener Schutzkappe sichern
Fest installierte Steuergeräte
Bei einem Innenraumgerät kann es sinnvoll sein, den Winter- oder Regenmodus zu aktivieren, damit Zeit und Programme erhalten bleiben.
Bei einem Außengerät ist zu prüfen:
- zulässiger Temperaturbereich
- Schutzart
- Feuchtigkeit im Gehäuse
- Zustand von Dichtungen
- Netzteil und Kabel
- Kondenswasser
- Herstellerempfehlung zur Winterlagerung
Sensoren
Kontrolliere:
- Bodenfeuchtesensor
- Regensensor
- Frostsensor
- Wetterstation
- Funkempfänger
- Durchflusssensor
- Zisternen-Füllstandsensor
GARDENA empfiehlt bei verschiedenen mobilen Steuerungen und Sensoren, Batterien zu entfernen und empfindliche Komponenten frostfrei zu lagern. Kabel können je nach System im Außenbereich verbleiben.
App und Cloudzugang
Notiere zusätzlich:
- Benutzerkonto
- Gerätename
- WLAN-Zuordnung
- Installationsort
- Seriennummer
- Freigaben für andere Familienmitglieder
- notwendige Firmwareupdates
Damit wird die Wiederinbetriebnahme im Frühjahr nicht zu einer erneuten Systemeinrichtung.

15. Anlage verschließen, beschriften und dokumentieren
Nach dem Entleeren sollte das System nicht ungeschützt offen bleiben.
Öffnungen sichern
Verwende passende:
- Verschlusskappen
- Blindstopfen
- Schutzdeckel
- saubere Abdeckungen
- Originalverschlüsse
Damit verhinderst du:
- Erde in Leitungen
- Insektennester
- Schnecken
- kleine Steine
- Feuchtigkeitseintrag
- Beschädigung von Gewinden
Winterprotokoll erstellen
Dokumentiere:
- Datum der Stilllegung
- Außentemperatur
- verwendete Entleerungsmethode
- entleerte Zonen
- demontierte Komponenten
- Lagerort der Teile
- festgestellte Schäden
- benötigte Ersatzteile
- offene Wartungsaufgaben
- besondere Hinweise für den Frühjahrsstart
Kennzeichnung am Steuergerät
Ein einfacher Hinweis verhindert versehentliche Aktivierung:
„Bewässerungsanlage winterfest – Wasserzufuhr geschlossen – nicht einschalten.“
Bei einem gemeinsam genutzten Garten sollte jedes Familienmitglied wissen, dass die Anlage stillgelegt ist.
Die vollständige RAUMION-Wintercheckliste
Vorbereitung
- Herstellerunterlagen zusammengestellt
- Leitungsverlauf und Zonen bekannt
- Hauptabsperrung lokalisiert
- Ablassventile lokalisiert
- Ventilkästen geöffnet und geprüft
- Einstellungen fotografiert
- jede Zone getestet
- Schäden markiert
Wasserzufuhr
- Bewässerungsversorgung geschlossen
- Anlage drucklos gemacht
- Außenwasserhahn geprüft
- hausseitige Gartenleitung entleert
- Rückflussbauteile berücksichtigt
- angeschlossene Schläuche entfernt
Leitungen und Wasserabgabe
- mobile Schläuche entleert
- Tropfleitungen geöffnet
- Tiefpunkte entleert
- Versenkregner geprüft
- jede Zone separat behandelt
- Entwässerungsventile kontrolliert
- gegebenenfalls fachgerechte Druckluftentleerung durchgeführt
- offene Leitungsenden verschlossen
Komponenten
- Filter gereinigt
- Druckminderer entleert
- Basisgeräte ausgebaut
- Verteiler entleert
- Magnetventile geprüft
- Ventilkästen frei von stehendem Wasser
- Pumpen nach Anleitung vorbereitet
- Regentonne beziehungsweise Speicher geprüft
Steuerung
- Programme dokumentiert
- Winter- oder Regenmodus aktiviert
- Pumpenstart deaktiviert
- Bewässerungscomputer demontiert
- Batterien entfernt
- Sensoren geprüft
- App- und Kontodaten gesichert
- Steuergerät gekennzeichnet
Abschluss
- Komponenten trocken eingelagert
- Kleinteile beschriftet
- Ersatzteile notiert
- Winterprotokoll erstellt
- Frühjahrsaufgaben festgehalten
Gartenprojekte systematisch planen
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Häufige Fehler beim Winterfestmachen
Fehler 1: Nur den Wasserhahn schließen
Geschlossene Wasserzufuhr bedeutet nicht, dass die Leitungen leer sind. Hinter Ventilen, in Senken, Filtern und Regnergehäusen kann weiterhin Wasser stehen.
Fehler 2: Alle Zonen als eine Leitung betrachten
Magnetventile trennen einzelne Bewässerungskreise. Deshalb muss jede Zone separat geöffnet, drucklos gemacht und entleert werden.
Fehler 3: Filter und Druckminderer vergessen
Gerade kompakte Gehäuse können Restwasser einschließen. Ein kleiner Frostschaden reicht aus, damit das Bauteil im Frühjahr undicht wird.
Fehler 4: Zu hohen Druck verwenden
Mehr Druck führt nicht automatisch zu einer besseren Entleerung. Entscheidend sind ein zulässiger Druck, ausreichendes Luftvolumen und kontrollierte kurze Zyklen.
Fehler 5: Druckluft durch den Rückflussverhinderer leiten
Sicherungseinrichtungen dürfen nicht als beliebiger Kompressoranschluss verwendet werden. Hunter verlangt einen Anschluss hinter dem Rückflussgerät.
Fehler 6: Eine bereits trockene Zone weiter ausblasen
Längerer Luftstrom durch trockene Leitungen kann Bauteile unnötig belasten und Wärme erzeugen.
Fehler 7: Pumpe nur ausschalten
Auch eine ausgeschaltete Pumpe kann mit Wasser gefüllt sein. Pumpengehäuse, Vorfilter, Druckbehälter und oberirdische Leitungen müssen nach Herstelleranleitung behandelt werden.
Fehler 8: Batterien im Gerät lassen
Auslaufende oder korrodierende Batterien können eine ansonsten intakte Steuerung beschädigen.
Fehler 9: Offene Leitungen ungeschützt lassen
Erde, Insekten oder kleine Steine können im Frühjahr Tropfer, Ventile und Düsen blockieren.
Fehler 10: Keine Dokumentation erstellen
Ohne Fotos und Beschriftung beginnt die Wiederinbetriebnahme mit unnötigem Suchen, Probieren und Neujustieren.
Wann sollte ein Fachbetrieb übernehmen?
Ein Bewässerungsfachbetrieb oder zugelassener Sanitärbetrieb ist besonders sinnvoll, wenn:
- die Leitungsführung unbekannt ist
- keine Ablassventile vorhanden sind
- mehrere Höhenzonen bestehen
- die Anlage nicht vollständig abläuft
- ein Rückflussverhinderer oder Systemtrenner betroffen ist
- kein vorgesehener Druckluftanschluss vorhanden ist
- Rohrdimensionen und zulässiger Betriebsdruck unbekannt sind
- eine leistungsstarke Pumpe eingebunden ist
- die Anlage direkt mit der Trinkwasserinstallation verbunden ist
- bereits Frostschäden vermutet werden
- der Kompressor nicht sicher bedient werden kann
- Ventilkästen dauerhaft unter Wasser stehen
Was der Fachbetrieb dokumentieren sollte
- verwendete Entleerungsmethode
- eingestellter Druck
- behandelte Zonen
- vorhandene Schäden
- Zustand der Ventile
- Zustand der Sicherungseinrichtung
- Empfehlungen für zusätzliche Ablasspunkte
- notwendige Reparaturen vor dem Frühjahr
Ein jährlich wiederholbares Protokoll schafft Sicherheit und reduziert die Abhängigkeit von Einzelwissen.
Was tun, wenn der erste Frost bereits da war?
Wenn das System möglicherweise eingefroren ist:
- Anlage nicht einschalten.
- Wasserzufuhr schließen.
- Keine gefrorenen Bauteile gewaltsam öffnen.
- Komponenten langsam und natürlich auftauen lassen.
- Sichtbare Risse dokumentieren.
- Anlage nach dem Auftauen kontrolliert prüfen.
- Bei unterirdischen oder sicherheitsrelevanten Bauteilen einen Fachbetrieb hinzuziehen.
Heißluftgebläse, offene Flammen oder sehr heißes Wasser sind keine geeigneten Methoden, um Kunststoffleitungen, Ventile oder elektrische Komponenten schnell aufzutauen.
Wiederinbetriebnahme im Frühjahr vorbereiten
Eine gute Winterroutine endet nicht mit dem letzten Herbstschritt. Sie schafft bereits die Grundlage für den Neustart.
Bewahre deshalb gemeinsam auf:
- Winterprotokoll
- Fotos
- Zonenplan
- Herstelleranleitungen
- demontierte Steuerteile
- Filtereinsätze
- Dichtungen
- Ersatzdüsen
- notwendige Reparaturteile
Frühjahrsstart in sinnvoller Reihenfolge
- Sichtkontrolle aller zugänglichen Bauteile
- Ablassventile schließen
- Filter und Druckminderer einsetzen
- Steuerung und Sensoren montieren
- Wasserzufuhr langsam öffnen
- Hauptleitung auf Undichtigkeiten prüfen
- jede Zone einzeln starten
- Ventilkästen kontrollieren
- Regner und Tropfer testen
- Programme und saisonale Laufzeiten anpassen
Die Wasserzufuhr sollte langsam geöffnet werden. Ein plötzliches Füllen kann Druckstöße verursachen und erschwert die Erkennung kleiner Undichtigkeiten.
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Smart Garden: Garten Schritt für Schritt automatisieren
Eine automatische Bewässerung entfaltet ihren größten Wert im Zusammenspiel mit klaren Gartenzonen, Regenwassernutzung, Mähroboter, Sensorik und einer zentralen Steuerungsstrategie.
Häufige Fragen zur winterfesten Gartenbewässerung
Wann muss eine automatische Bewässerung winterfest gemacht werden?
Die Anlage sollte vor der ersten längeren Frostperiode entleert werden. Warte nicht darauf, dass Leitungen bereits gefroren sind. Ein geeigneter Zeitpunkt liegt meist nach dem Ende der regulären Bewässerungssaison und vor den ersten angekündigten Nachtfrösten.
Müssen unterirdische PE-Leitungen vollständig leer sein?
Auch flexible PE-Leitungen schützen angeschlossene Ventile, Filter, Regner und Kupplungen nicht automatisch vor Frost. Ob eine geringe Restwassermenge zulässig ist, hängt von Rohr, Verbindungssystem, Einbausituation und Hersteller ab. Das gesamte System sollte deshalb nach Anleitung entleert werden.
Kann eine Tropfbewässerung im Winter im Beet bleiben?
Viele drucklose Verteiler- und Tropfrohre können im Beet verbleiben. Basisgeräte, Filter, Druckminderer, Steuerungen und empfindliche Bauteile sollten jedoch entfernt und frostfrei gelagert werden. Öffne die Leitungen zum Entleeren und verschließe sie anschließend wieder.
Muss jede Sprinklerzone einzeln entleert werden?
Ja. Magnetventile trennen die einzelnen Kreise voneinander. Deshalb muss jede Zone separat geöffnet und entleert werden.
Reichen automatische Entwässerungsventile aus?
Nur wenn sie korrekt an den Tiefpunkten sitzen, funktionsfähig sind und die Leitungsführung keine weiteren Senken enthält. Bei unbekannter oder nachträglich veränderter Leitungsführung sollte die Entleerung überprüft werden.
Kann ich die Anlage selbst mit einem Kompressor ausblasen?
Nur wenn der Hersteller das Verfahren zulässt, ein geeigneter Anschluss vorhanden ist und du Druck, Luftmenge und Zonensteuerung sicher beherrschst. Bei Unsicherheit sollte ein Fachbetrieb übernehmen.
Welcher Druck ist beim Ausblasen zulässig?
Es gilt der niedrigste zulässige Druck aller beteiligten Komponenten. Herstellerwerte sind verbindlich. Hunter nennt für seine Winterisierung maximal 80 psi, während GARDENA für bestimmte Pipeline-Anwendungen maximal 6 bar nennt. Diese Werte sind nicht pauschal übertragbar.
Muss das Steuergerät im Winter ausgeschaltet werden?
Das hängt vom Gerät ab. Ein Innenraum-Steuergerät kann häufig im Regen- oder Wintermodus bleiben. Dadurch bleiben Uhrzeit und Programme erhalten. Außen montierte oder batteriebetriebene Geräte müssen nach Herstelleranleitung behandelt werden.
Soll ich die Batterien entfernen?
Bei Bewässerungscomputern, mobilen Steuerungen und verschiedenen Sensoren ist das Entfernen der Batterien häufig empfehlenswert. So werden Korrosion und Schäden durch auslaufende Batterien vermieden.
Müssen Magnetventile ausgebaut werden?
Fest installierte, unterirdische Magnetventile werden nicht grundsätzlich ausgebaut. Sie müssen jedoch drucklos und entsprechend dem jeweiligen System entleert werden. Oberirdische oder ausdrücklich nicht frostgeeignete Ventile können eine frostfreie Lagerung benötigen.
Kann eine Zisternenpumpe im Winter im Wasser bleiben?
Das hängt von Bauart, Einbautiefe und Herstellerfreigabe ab. Selbst wenn die Pumpe im Speicher bleiben darf, müssen oberirdische Leitungen, Filter, Druckbehälter und Steuerung separat geschützt werden.
Muss eine frostsichere Außenarmatur entleert werden?
Eine korrekt installierte frostsichere Außenarmatur ist so konstruiert, dass der wasserführende Bereich im geschützten Gebäude liegt. Angeschlossene Schläuche, Verteiler und Bewässerungscomputer sollten trotzdem entfernt werden. Herstellerhinweise und korrekte Montage bleiben entscheidend.

Fazit: Winterfest wird eine Bewässerung erst als vollständiges System
Eine automatische Bewässerung zuverlässig winterfest zu machen bedeutet mehr, als den Gartenwasserhahn zu schließen.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:
- Wasserquelle
- Hauptleitung
- Filtern und Druckminderern
- Ventilen
- einzelnen Bewässerungszonen
- Regnern und Tropfleitungen
- Pumpen
- Sensoren
- Steuerung
- Dokumentation
Beginne mit einem vollständigen Funktionstest. Schließe anschließend die Wasserzufuhr, entleere jede Zone nach ihrer Bauart und lagere empfindliche Komponenten trocken und frostfrei.
Druckluft sollte nur verwendet werden, wenn die Anlage dafür vorgesehen ist und Druck, Luftmenge sowie Anschlussposition sicher beherrscht werden. Bei komplexen Systemen ist ein Fachbetrieb meist günstiger als eine unbemerkte unterirdische Beschädigung.
Der eigentliche Nutzen einer guten Winterroutine zeigt sich im Frühjahr: keine überraschenden Undichtigkeiten, keine verlorenen Einstellungen, keine ungeklärten Anschlüsse und kein hektischer Reparaturstart.
So wird Frostschutz zu einem festen Bestandteil eines pflegeleichten Smart Gardens – und aus saisonaler Gartenarbeit entsteht ein planbares System für mehr Ruhe, Sicherheit, Struktur und Zeitwohlstand.
Plane deinen Garten nicht als Sammlung einzelner Geräte
Bewässerung, Regenwasser, Pflegewege, Mähroboter, Beleuchtung und Gartenbereiche sollten gemeinsam funktionieren.
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